Der letzte Check-up

Morgen steht noch einmal eine letzte Voruntersuchung an. Hierbei entscheidet sich, ob ich „gesund genug“ für den Magenballon bin.

Wenn z.B. eine Magenschleimhautentzündung, ein Magengeschwür oder ein Helicobacter Bakterium im Magen wäre, könnte der Ballon nicht eingesetzt werden.

Der Doc erklärte mir, dass der Magen aufgrund des Ballons vermehrt Magensäure produziert, die dann die Schleimhäute zusätzlich reizen würde.

Dies ist auch der Grund dafür, warum man während der gesamten Zeit, in der der Ballon im Magen verbleibt, Säureblocker nehmen muss. Klingt irgendwie auch logisch, denn für den Magen ist der Ballon Nahrung, die er verdauen will, aber nicht zersetzt bekommt.

Wer sich jetzt fragt, was denn passieren würde, wenn der Ballon undicht wird oder ausläuft, kann ich weitergeben, dass dieser mit einer künstlich blau eingefärbten Salzlösung gefüllt wird. Die Blaue Flüssigkeit würde auf normalen Wegen vom Körper über die Nieren ausgeschieden. Hierbei vermischt sich die Lösung mit dem Urin und färbt diesen grün. Bei diesem Warnsignal weiß ich dann, dass ich innerhalb von 24 Stunden zur Magenspiegelung muss, damit die Ballonreste aus dem Magen entfernt werden. Passiert dies nicht, besteht die Gefahr einen Darmverschluss zu erleiden. Laut den Aussagen meines behandelnden Arztes ist dies jedoch in seiner 20-jährigen Laufbahn noch nie vorgekommen. Die Materialien sind sehr ausgereift und so ist es auch kein Problem mehr, wenn der Ballon 12 Monate im Magen verbleibt.

Warum entscheide ich mich für einen 12 Monats-Ballon?

Ich selbst schätze mich aufgrund meiner Diäterfahrungen als nicht konsequent genug ein, eine kürzere Behandlung mit dauerhaftem Erfolg zu schaffen.

Um neue Wege und neue Verhaltensmuster in seinen Alltags- und Lebensablauf zu integrieren, benötigt der Geist und das Gehirn eine gewisse Zeit der Durchführung. Hierbei sind die ständigen Wiederholungen die Schulung des Automatismus.

In erster Linie wird mein Körper durch den Magenballon an Gewicht verlieren, weil die Mengen der zugeführten Nahrung drastisch verringert werden. Es passt nicht mehr an Volumen in den Magen hinein und man ist permanent satt.

Aber es sind nicht nur die Mengen, die man versuchen muss zu kontrollieren, sondern auch die Nahrungszusammenstellung muss dauerhaft verändert werden, um das Gewicht zu halten.

Daher wird die Behandlung durch Ernährungsberatung und Ernährungsverhaltenstherapie unterstützt werden. Hierfür habe ich in 12 Monaten viel mehr Zeit, die Umstellung als festen Bestandteil in mein Leben zu integrieren, als nur in einer 6 Monatsphase, die ebenfalls angeboten wird.

Da in meinem Fall das Ziel der Leberentfettung an erster Stelle steht, die durch die drastische Gewichtsreduzierung erreicht werden soll, ist es mir mit dem längeren Zeitraum viel lieber. Ich habe einfach ein besseres Gefühl dabei, die sogenannte und viel zitierte „Nahrungsumstellung“ zu schaffen, zu erlernen und in mein Leben dauerhaft zu integrieren. Endtäuschungen durch fehlgeschlagene Diäten kann ich mittlerweile in meinen Diätbüchern und -berichten der letzten 10 Jahre mehr als genug nachlesen.

Wie diese professionelle Hilfe dann aussehen wird, schreibe ich in diesem Blog nieder. Ich möchte noch einmal betonen, dass dies MEIN WEG ist. Egal welche Gründe für andere der Tenor sind, endlich dauerhaft abzunehmen, dieser Blog soll nur einen Weg aufzeigen, den ICH gehe. Ich möchte hier weder den Apostel spielen noch irgendjemanden dazu auffordern, es mir nach zu machen. Ich werde weder bezahlt für diesen Blog, noch erhalte ich irgendwelche Vorteile daraus. Im Gegenteil, ich werde hier im Netz sehr privat und gebe sehr viel von mir preis. Dessen bin ich mir voll bewusst.

Ob das Ganze am Ende von Erfolg oder Misserfolg gekrönt wird, kann ich erst spätestens in einem Jahr wiederspiegeln.

Fakt ist, ich werde die 4.000€, die mich diese Behandlung kostet, in die Hand nehmen und versuchen, meine Leber und mein Leben damit zu retten. Wer sich jetzt fragt, warum die Krankenkasse das nicht übernimmt, dem kann ich nur antworten, dass ich das auch nicht verstehe.

Eine Behandlung der Leberzirrhose oder gar eine Lebertransplantation wäre viel teurer. Diese Kosten würden übernommen. Die Behandlung einer Gewichtsreduktion durch einen Magenballon ist leider nur rein kosmetisch angesiedelt und wird daher nicht übernommen werden. Allerdings sind Ernährungstherapie und Ernährungsverhaltenstherapie Kassenleistungen.

4.000€ sind ein stolzer Preis. Dafür bekomme ich aber das Komplettpaket durch die Klinik und die Behandlungen und Nachversorgungen sind darin enthalten, genauso wie das Entfernen am Ende der 12 Monate.

Für mich steht als Buddhist fest, dass ich mich nie für eine Lebertransplantation entscheiden könnte. Ich würde mein Leben damit zwar verlängern, aber währe darauf angewiesen, dass ein Mensch dafür sein Leben geben musste, der egal warum, nicht die Chance hatte weiter zu leben. Der natürliche Ablauf von Leben und Tod ist durch eine Transplantation unterbrochen. Ich allein bin zum größten Teil dafür verantwortlich, oft genug über die Stränge geschlagen zu haben. Zu oft Alkohol, zu lange geraucht, zu viel und zu fett gegessen, zu wenig bewegt und zu viele körperliche Warnsignale ignoriert!

Es gibt keine Reaktion ohne vorherige Aktion! Das ist ein natürliches Gesetz.

Mein Preis für einen Versuch, eine gesunde Gegenreaktion zu starten ist jetzt, entweder die 4.000€ zu bezahlen und mich dieser drastischen Methode zu bedienen oder weiter zu machen, wie bisher. Die Konsequenz kommt laut meines behandelnden Arztes schon bald daher. Denn dann muss ich mit den Folgen der Leberzirrhose leben. Und nebenbei erwähnt, als 50-jähriger schwuler Mann mit einer HIV-Erkrankung steht auf der Transplantationsliste gaaaaaaaaaanz weit unten!

Eines meiner größten Lebensmottos ist übrigens:

„Das Leben ist immer genau nur das, was DU selbst daraus machst!“

Jetzt ist es an der Zeit, dass ich was tue und so freue ich mich, einen Weg gefunden zu haben, den ich ausprobieren kann. Ich erhoffe mir in den kommenden 12 Monaten meine 35 Kilo zu verlieren und eine neue Lebensqualität zu finden. Ich hoffe meine Leber verzeiht mir meine bisherigen Eskapaden und gesundet zumindest wieder soweit, dass ich noch viel erleben kann.

Es bleibt also spannend.

Autor: Die Anonymen Ukuleliker

Hallo, wir sind die Kultband aus Berlin!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s