Hallo und herzlich Willkommen auf meinem Blog.

Ich heiße Stephan, komme aus Berlin und bin mittlerweile 50 Jahre alt.

An dieser Stelle möchte ich von meinem Weg erzählen. Dem Weg mit dem Magenballon abzunehmen.

Das Projekt „Abnehmen“ begleitet mich nun schon seit vielen Jahren. Ich lebte und arbeitete viereinhalb Jahre in Thailand und hatte in 2006, als ich zurück nach Deutschland kam, ein Gewicht von nur 75 Kilogramm. Mein absolutes Traum- und Wohlfühlgewicht. Leider ging die Waage dann mit den deutschen Essgewohnheiten stetig nach oben. 

Anfangs konnte ich noch gut durch die eine oder andere Diät ein paar Kilos abnehmen und auch teilweise mein Gewicht damit halten, aber mit jeder neuen Krise ging das Gewicht nach oben und nach oben. 80 – 85 – 90 – 86 – 94, munter rauf und runter, doch meist erhöhte sich das „Rauf“ zu immer noch höheren, nie dagewesenen Höchstgewichten in meinem Leben.

Ich erinnere mich noch, als ich mir immer schwor, die 100er Marke ist dann aber der Schlusspunkt. Wenn du die erreichen solltest, dann wars das und du wirst dir eher den Mund zunähen lassen, bevor du weiter frisst! Der Vorsatz hielt eine Weile. Leider nicht lang genug – und nein, ich ließ mir auch den Mund nicht zunähen!

Im März 2016 knackte ich zum 1. Mal die 100 Kilogramm. ich hatte also in den letzten 10 Jahren 25 Kilogramm zugenommen. Die meisten davon nach dem ich in 2010 das Rauchen aufgab. 

Jetzt haben wir mittlerweile 2020 und ich habe ein Gewicht von sage und schreibe 110 Kilogramm erreicht. Meine Gesundheit leidet sehr darunter, denn neben den Luftproblemen, den Schlafstörungen und einer ausgeprägten Leberfibrose leide ich an Bluthochdruck, an Gichtanfällen, Gelenkproblemen und meine Psyche ist oft genug im Keller.

Mein Internist riet mir dringend zu drastischeren Maßnahmen, um mein Gewicht zu reduzieren. Er kennt meinen Leidensweg. Durch ihn wurde mir schon eine Gewichts-Reduktions-Kur bewilligt und ich war eine zeit lang bei einer Ernährungsberatung. Beides brachte nicht den dauerhaften Erfolg und mit jeder Krise stieg mein Gewicht noch höher.

Mir ist bewusst was ich falsch mache! Ich koche sehr gesund. Ernähre mich von ausgewogenen, guten Lebensmitteln und vermeide Fastfood und Süßes. Aber leider esse ich auch viel zu viel und viel zu schnell – und das auch noch, ohne richtig zu kauen. Ich schlinge mein Essen förmlich hinunter, als wäre ich bei jeder Mahlzeit in einem Wettkampf.

Ich wuchs als Kind auf dem Land auf und meine Eltern hatten einen landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetrieb. Da gab es immer gute Hausmannskost und deftige Küche. Leider wurde bei Tisch auch gerne mal gedrängelt, dass man schneller essen solle, weil ja noch einiges an Arbeit zu erledigen sei und die Zeit drängte leider immer.

Beruflich arbeitete ich eine ganze Zeit in sozialen Einrichtungen mit Menschen zusammen, die mehr oder weniger viele Behinderungen hatten. Auch hier war im Dienst nie viel Zeit für eine Mittagspause in Ruhe, sondern ich aß oft mit den Bewohnern der Einrichtungen zusammen. Dies hieß aber auch meist, dass ich schnell essen musste, weil ich nebenbei noch rechts und links je einen Löffel in die hungrigen Münder schieben musste, oder schnell noch aufstehen, um in der Küche den nächsten Nachschub oder den Wischeimer herbei holen musste.

Mir wurde also schon sehr früh ein Verhalten antrainiert, dass ich heute einfach nicht mehr allein in den Griff bekomme. Mein Doc gab mir eine Überweisung für einen chirurgischen Eingriff, um eine Magenverkleinerung durchführen zu lassen. Er meint, nur so würde ich das Problem mit dem Gewicht lösen können.

Fakt ist, wenn die Spirale weiterhin nach oben geht, wird meine fibröse Leber es nicht mehr lange schaffen und eine Zirrhose ist dann unumgänglich.

So weit möchte ich es nicht kommen lassen, aber gleich zu solch drastischen Mitteln zu greifen, erscheint mir auch ziemlich hart. Ich meine eine operative Magenverkleinerung ist schon ein einschneidendes und unumkehrliches Ereignis. Ich möchte es lieber noch ein letztes Mal mit etwas nicht so gravierendes probieren, mein Gewicht in ein gesundes Level zu bekommen.

So wurde nach langer Recherche die Idee geboren, mir einen Magenballon einsetzen zu lassen. Das Internet gibt mittlerweile viele Beispiele und Erfahrungsberichte wieder, aber viele dieser Berichte sind auch schon etwas älter. Gerade Männer, die diesen Weg gehen und ihre Erfahrungen teilen, findet man eher selten. Mir sind bisher nur zwei aufgefallen. 

Also geselle ich mich dazu und möchte Euch auf meine Reise mitnehmen. Ich werde diesen Blog regelmäßig mit den neuesten Updates füllen und Euch an meinen Erfahrungen teilhaben lassen.

Wenn Ihr Fragen an mich habt, scheut Euch nicht, diese in den Kommentaren zu hinterlassen. 

Autor: Die Anonymen Ukuleliker

Hallo, wir sind die Kultband aus Berlin!

4 Kommentare zu „Hallo und herzlich Willkommen auf meinem Blog.“

  1. Lieber Stephan,
    ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass du das schaffen wirst! Bei mir hat es leider nicht so gut geklappt, ich musste mir den Ballon frühzeitig wieder entfernen lassen, da ich es vor Schmerzen nicht ausgehalten habe. Ständig habe ich mich erbrochen und konnte kaum Nahrung in mir behalten. Trotz Tabletten, die das verhindern sollten, war es eine Qual für mich.

    Nun habe ich wieder 15 Kilo mehr drauf und bin bei 170 cm gute 160 Kilo schwer. Ich weiß mir einfach keinen Rat mehr, denn ich habe enorme Angst vor einer OP.
    Schreibe bitte weiter hier deinen Blog, ich lese auf jeden Fall mit!

    Gruß aus Hamburg!

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    1. Liebe Lilly,
      danke für die ehrlichen Worte! Gib nicht auf, sondern suche beständig nach deinem Weg weiter!
      Ich hoffe du findest ihn bald.
      Grüße aus Berlin, Stephan

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  2. Das ist mal ne ehrliche Geschichte!

    Hallo Stephan,
    ich habe jetzt deinen ganzen Blog gelesen und bin sehr begeistert von deiner offenen und ehrlichen Art. Dein Schreibstil gefällt mir und ich wäre sehr froh gewesen, wenn ich so viele Eindrücke und Erfahrungen gefunden hätte, als ich meinen Magenballon vor 3 Jahren implantiert bekommen hatte.
    Damals waren Blogs und Berichte von Gleichgesinnten in diversen Foren noch sehr rar. Meist fangen die Leute an zu schreiben und dann nach 2 oder 3 Posts hört dann plötzlich die Berichterstattung auf. Manche schreiben auch nur einmal nach langer Zeit, dann aber auch nicht so ausführlich wie du hier.
    Ich hoffe wirklich, und das nicht nur für mich, sondern für alle die sich mit dem gleichen Gedanken befassen, dass du durchhältst und weiter berichtest!
    Und glaube mir, die erste Zeit ist zwar sehr schwer, aber du wirst sehen, die Pfunde schmelzen wie Schnee in der Sonne.

    Ich selbst hab damals 154 Kilo bei einer Körpergröße von 186 cm drauf gehabt und durch den Ballon in einem Jahr 45 Kilo verloren. Danach ist die Herausforderung, das Gewicht zu halten, bzw. wie in meinem Fall, weiter abzunehmen. Die Kilos purzelten dann zwar langsamer, aber mit Sport und dem neu antrainiertem Esseverhalten habe ich es bis jetzt geschafft, weitere 22 Kilo los zu werden. Ja, auch ohne Ballon ging es weiter runter! Aber es ist nicht leicht.

    Ich drücke dir jedenfalls die Daumen und bleibe als interessierter Leser bei dir.

    Liebe Grüße aus Dortmund,
    Heiko M.

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    1. Lieber Heiko,
      Danke für deine aufmunternden Worte. Ich finde es schon sehr beachtlich, dass du so viel an Gewicht verlieren konntest.

      Es zeigt mir, daß es sich lohnt, den Kampf zu kämpfen.

      Danke und bleib mir und meinem Blog treu!

      Gruß Stephan

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