Das Ergebnis aus der Voruntersuchung

So sieht es derzeit aus…

Nun liegt der Check Up hinter mir. Das Ergebnis war leider nicht so wie ich es erwartet hatte.

Mein Magen produziert jetzt schon zu viel Magensäure. Mir ist das bisher nie aufgefallen, denn ich hatte weder Sodbrennen noch Refluxbeschwerden. Hiergegen soll ein sofortiger Start mit der Säureblocker-Therapie Abhilfe schaffen. Gut, soweit ist das okay, denn spätestens, wenn der Magenballon eingesetzt wird, bekommt man die Säureblocker eh verschrieben.

Das andere Ergebnis, das mir viel mehr Sorgen bereitet, ist, dass während der Kurznarkose die Sauerstoffsättigung im Blut rapide herunter gegangen ist. Der Arzt erklärte mir, dass sobald ich einschlafe, die Lungenfunktion herunterfährt und das Blut nicht ausreichend mit Sauerstoff angereichert wird. Hierbei kann es beim späteren Eingriff zu Problemen kommen. Er wird auf jeden Fall einen Anästhesisten für den Eingriff mit hinzuziehen, der meine Vitalwerte mit überwachen wird.

Vorher ist es jedoch wichtig, dass ich einen Lungenfunktionstest bei einem Pulmologen durchführen lasse.

Dass ich unter Anstrengungen schlecht Luft bekomme habe ich bisher immer auf mein Übergewicht geschoben. Es fiel mir schon seit längerem auf, dass ich sehr schnell außer Atem bin, wenn ich die Treppen bis zu meiner Wohnung, in den dritten Stock gehe. Da brauche ich nicht einmal sonderlich viel an Gepäck oder Einkaufstüten tragen. Sobald ich den dritten Stock erreicht habe, schnaufe ich wie eine alte Dampflok.
Auch ist mir aufgefallen, wenn ich versuche Fahrrad zu fahren und es nur ein bisschen steiler wird, was hier in Berlin nicht allzu oft vorkommt, ich kaum noch treten kann, weil mir die Luft wegbleibt.

Übergewicht ist eine leider oft viel zu unterschätzte Behinderung im Alltag. Ich selbst wollte es mir lange nicht eingestehen! Aber schon lange ist mir klar, wie anstrengend es sein kann, sich die Strümpfe morgens anzuziehen, sich die Schuhe zu binden oder statt des Aufzugs, die Treppe zu nehmen. Der Prozess ist schleichend und wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich viel zu lange die Warnsignale meines Körpers ignoriert. – Es ist schon nicht so schlimm, wenn man sich hinsetzt, um sich die Strümpfe anzuziehen. Schuhe mit Schleife binden – ja, aber nur einmal, für die 150 weiteren Male nehme ich einfach den extra langen Schuhlöffel, damit brauch ich mich nicht einmal bücken. Ich nehme auch ganz oft die Treppe an der Arbeit, aber psst, nicht verraten, nur runter! Hoch geht es dann doch mit dem Fahrstuhl! Sieht ja keiner.

Übergewicht ist wie eine Kette, die einen lähmt. Sie schränkt einen in der Bewegung, in seinen Handlungen und seinen Aktivitäten ein. Zuerst ist die Kette noch sehr lang und locker, man merkt sie eigentlich kaum und stören tut sie nicht wirklich. Fällt es einem auf und durchschaut das Ganze, dann nimmt man ein paar Kilos ab und alles ist wieder gut. Aber nach und nach kann es passieren, dass man nicht mehr so genau hinschaut und sich lieber den Gelüsten hingibt, dann werden die Kettenglieder stärker und kürzer. Die Freiheit wird eingeschränkt. Hinzu kommt dann das Alter. Mit jedem Jahr mehr auf der Uhr, fällt es dem Körper auch schwerer das Gewicht wieder los zu werden. Mediziner sagen, dass ab einem Alter von 30 der Stoffwechsel langsamer arbeitet und es immer schwieriger wird, um überschüssige Pfunde schnell zu verlieren.
Die Ergebnisse sind aus der Voruntersuchung sind Gott sei Dank nicht lebensbedrohlich. Sie verschieben meinen Termin für die Setzung des Ballons lediglich. Dennoch habe ich einen kleinen Schock davongetragen.
Ein Warnschuss. Mir wurde plötzlich klar, wie Ernst die Lage meines Gesundheitszustandes durch mein Übergewicht und der kaputten Leber ist. Ich male mir plötzlich aus, was ist, wenn der Eingriff nicht stattfinden kann? Wie geht es dann weiter? Allein schaffe ich es nicht, mich von den 35 Kilos zu trennen. Zu viele Diäten habe ich in den letzten 10 Jahren ausprobiert. Alle mit dem gleichen Ergebnis, dem, dass die Gewichtskurve leider immer anschließend nur noch höher gestiegen ist. Meine ganze Hoffnung beruht nun also auf dem Magenballon.

Der Eingriff verschiebt sich also um ein paar Wochen.
Den Pulmologentermin habe ich am 31.08., dann sehen wir weiter.
Laut meinem Gastroenterologen könnte der Eingriff dann entweder am 07. bzw. am 10. September stattfinden.
Ich halte Euch auf dem Laufenden!

Autor: Die Anonymen Ukuleliker

Hallo, wir sind die Kultband aus Berlin!

Ein Gedanke zu „Das Ergebnis aus der Voruntersuchung“

  1. Hallo Stephan,
    ich bin ein Leidensgenosse von dir und möchte dir für diesen Blog danken!
    Auch ich stehe mit 125 Kilo Übergewicht vor der Frage, was kann ich machen, um endlich die Pfunde zu verlieren. Genau wie du habe ich alle Diäten durch. Mein Gewicht steigt und steigt und ich komme aus der Falle nicht raus.

    Bitte schreibe weiter deine Erfahrungen hier nieder und teile sie mit uns. Es gibt bestimmt mehr von uns, die dir sehr dankbar sind und neuen Mut bekommen, deinen Weg auch zu gehen.

    Danke!
    Peter aus Köln

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