Noch 5 Tage bis zum Ballon!

So, heute in 5 Tagen ist der Magenballon hoffentlich schon in mir drinnen und lässt sich häuslich nieder.

Ein Bisschen ist es ja wie eine umgekehrte Schwangerschaft. Statt was kleines rein in den Bauch, was mich dick macht, bekomme ich etwas großes hinein, das mich dünn macht. Der Ballon wird in meinem Bauch sein und hin und wieder werde ich ihn wohl genau wie ein kleines Lebewesen in mir spüren. Er wird in mir die erste Zeit eine Übelkeit hervorrufen und ich werde mich öfter übergeben müssen. Ich kann nicht mehr alles essen und falsche Zutaten oder Bewegungen werden den Kleinen in mir rebellieren lassen.

Aber anstatt immer mehr an Umfang zu zu legen, wird meine Schwangerschaft das Gegenteil bewirken. Ich werde meinen Bauch verlieren. Herrlich! Eigentlich ist das doch die perfekte Lösung.

Wie Frauen in ihrer Schwangerschaft, werde ich wohl des Öfteren da liegen und mir gedanklich ausmalen, wie es wohl ist, wenn es rauskommt, das kleine Ding. Wie wird mein Leben anschließend aussehen?

Ich sehe es schon heute genau vor mir:

Alles wird wieder viel leichter sein! Sich im stehen die Schuhe zubinden! Wie lange konnte ich das schon nicht mehr machen? Ich bediene mich mittles eines extra langen, sehr stabilen Schuhlöffels, eigens aus Metall, denn von denen aus Plastik habe ich schon mehr als einen zerbrochen.

Treppensteigen, mal eben schnell vom Sofa aufspringen, beherztes losrennen wenn die U-Bahn gleich ihre Türen schließen wird… Das sind nur einige Dinge, die man mit Bauch nur schwerlich schafft. Zumindest mir geht das so und ich bin jedes Mal kurz vor dem Umkippen, weil ich kaum Luft bekomme und mir schwarz vor Augen wird.

Mein ganz große Hoffnung liegt aber auch darauf, dass ich endlich mal lerne vernünftige Portionen zu kochen. Leider koche ich immer viel zu viel und dann haben wir Reste, die für noch 1-2 Leute reichen würden. Und selbst am nächsten Tag bleibt oft immer noch was davon übrig und ich kann so schlecht Lebensmittel wegwerfen. Besonders wenn sie so lecker zubereitet sind.

Ich möchte endlich mal wieder lernen auf mein Bauchgefühl zu hören und den Teller an die Seite zu stellen, wenn ich genug habe und satt bin. Ich möchte lernen zu unterscheiden, zwischen Durst und Hunger und vor allem auch nur noch dann zu essen, wenn es der Bauch will und nicht der Kopf.

Apropos Kopf! Mein Kopf und die Süchte die sich darin melden sind ein großes Problem in meinem Leben geworden. Der Verstand und der Bauch sagen mir oft: „lass es liegen! Du bist satt und brauchst es jetzt nicht!“, aber leider klingelt das Belohnungscenter im Hirn und signalisiert, dass da noch unbefriedigte Zuwendungen offen sind. Oft stelle ich mir das Belohnungscenter wie die feindlich-zentrale Verwaltungsstelle meines inneren Schweinehundes vor! Alles was schadet gefällt ihm, alles was gut tut missfällt ihm. Und reziproportionale Nachgiebigkeit machen mir dann ein schlechtes Gewissen anstatt Glücksgefühle, wenn ich dem Schweinehund seinem Verlangen nachgegeben habe.

Mit dem Ballon sind die Portionen jedenfalls ein Jahr lang klein genug, dass ich nicht zunehmen kann. Der Schweinehund wird ausgetrickst, weil ihm der Ballon das Maul stopft und er ruhe gibt. Sollte ich ihm dennoch weiterhin füttern und ihm versuchen die Gelüste zu befriedigen, drückt der Ballon im Magen einfach heftig gegen das Futter und es fliegt durch heftiges Spucken ratzi-fatzi oben wieder heraus. Genial! Es ist also eine Zwangs-ent-nährung, bei der der Maulkorb innen im Körper und nicht außen am Körper sitzt. Schön versteckt für fremde Augen! So braucht man sich auch nicht schämen.

Ich habe mich übrigens noch niemals dafür entschuldigen müssen, nichts mehr essen zu können! Bin jetzt schon gespannt darauf, wie sich das anfühlen wird.

„Sorry, aber ich bin leider schon pappensatt! Ich kann wirklich nichts mehr essen, aber es war total lecker!“

Hoffentlich kommen sich dann meiner Freunde und Bekannte, meine Familie und Arbeitskollegen nicht verarscht vor, denn solche Worte haben die noch NIE aus meinem Munde gehört. Ich werde Euch auf jeden Fall berichten, wenn mir genau diese Situation das erste Mal passiert.

Wie Ihr sehen könnt, es bleibt spannend und meine Nervosität steigt von Tag zu Tag. Gestern habe ich mir übrigens noch einen Entsafter gekauft. Damit kann ich dann leckere Gemüsedrinks und Obstsäfte selbst pressen. Ich bin auf jeden Fall jetzt schon neugierig, was und wie ich diese Säfte dann in der Flüssigphase vertragen werde.

Wer übrigens meinen Blog hier immer noch nicht abonniert hat, damit ihm kein Beitrag mehr entgeht, dem habe ich heute noch eine kleine Kurzanleitung installiert.

Oben rechts auf der Seite, wenn Ihr die Page hochscrollt, ist neben dem Impressum jetzt auch ein Button für „Diesen Blog abonnieren“. Probiert es aus und ich verspreche Euch, Ihr werdet schon bald wieder von mir lesen!

Euer Stephan

Autor: Die Anonymen Ukuleliker

Hallo, wir sind die Kultband aus Berlin!

2 Kommentare zu „Noch 5 Tage bis zum Ballon!“

  1. Hallo Stephan,
    gern möchte ich deine Assoziation mit der Schwangerschaft der Frauen noch etwas mitspielen. Ich bin überzeugt, du verstehst solche Späßle. 
    Stephan schrieb:
    Ein Bisschen ist es ja wie eine umgekehrte Schwangerschaft. Statt was Kleines rein in den Bauch, was mich dick macht, bekomme ich etwas Großes hinein, das mich dünn macht. Der Ballon wird in meinem Bauch sein und hin und wieder werde ich ihn wohl genau wie ein kleines Lebewesen in mir spüren.

    Ich hoffe du behältst Recht und du spürst ihn wie ein kleines Lebewesen das man liebevoll über dem Bauch streicheln kann und nicht wie einen feurigen Drachen, den man am liebsten mit Feuerwasser besänftigen möchte.

    Er wird in mir die erste Zeit eine Übelkeit hervorrufen und ich werde mich öfter übergeben müssen. Ich kann nicht mehr alles essen und falsche Zutaten oder Bewegungen werden den Kleinen in mir rebellieren lassen.

    Solange das in kein unstillbares Schwangerschaftserbrechen ausartet, wirst „die Liebe zum Kleinen“ die Oberhand gewinnen.

    Aber anstatt immer mehr an Umfang zuzulegen, wird meine Schwangerschaft das Gegenteil bewirken. Ich werde meinen Bauch verlieren. Herrlich! Eigentlich ist das doch die perfekte Lösung. Wie Frauen in ihrer Schwangerschaft, werde ich wohl des Öfteren da liegen und mir gedanklich ausmalen, wie es wohl ist, wenn es rauskommt, das kleine Ding. Wie wird mein Leben anschließend aussehen?

    Ich hoffe aber, dass du nicht versuchst „das Kleine“ an die Brust zu legen! Es könnte für beide eine Enttäuschung werden.

    Auch hier ist wieder diese wunderbare Parallele zur Schwangerschaft der werdenden Mutter zu erkennen. Wenn das Kleine raus ist, ist ihr Bauch ebenfalls deutlich flacher.

    Lieben Gruß und jetzt immer mehr die Ohren steif halten. In drei Tagen um diese Zeit ist vielleicht „das Kleine“ schon an Ort und Stelle !!!
    Gruß Wolfgang

    Gefällt 1 Person

    1. Lieber Wolfgang,

      na klar verstehe ich Spaß!
      Danke für den lieben Kommentar und deine weiteren Ausführungen dazu.

      Stell dir vor, das „Kleine Ding“ hat sogar einen Namen: Spatz!
      Und das ist keine Namensgebung von mir, sondern der Jahres-Magenballon heißt in der Tat „Spatz“.
      Warum das so ist weiß ich leider nicht, aber ich werde meinen Doc am Montag einmal danach fragen!

      Auf eine Namenstaufe werden wir also leider verzichten müssen.
      Schade! 😉

      Gruß Stephan (Autor)

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