Noch einmal einen Cheat Day

Meine Countdown App zeigt mir gerade an, dass es nur noch 72 Stunden bis zum Eingriff sind. Das heißt noch genau 3 Tage.

Ab morgen beginnen die beiden Vorbereitungstage und ich darf nur noch Flüssigkost zu mir nehmen. Also ist heute der letzte Tag im alten Leben und ich darf noch mal ungeniert schlemmen und essen was ich will.

Das es mir absolut ernst mit meiner Metamorphose ist, seht Ihr ja schon an meinen bisherigen Beiträgen. Heute zelebriere ich also noch einmal einen letzten „Cheat Day“. Wer sich von Euch jetzt fragt was das ist, dem möchte ich es kurz mal erläutern.

Der Cheat Day ist ein Tag, an dem Du während einer Low-Carb-Diät Deinen Gelüsten nachkommen darfst und alles essen darfst. Er hat sowohl physiologische als auch psychologische Auswirkungen auf den Körper. Dieser ist eigentlich darauf programmiert,  dass Überleben gerade in Notzeiten zu sichern. Evolutionär gesehen, das machen übrigens die Tiere in freier Wildbahn heute noch so, haut man sich den Bauch voll und futtert sich ordentlich Reserven an. Diese Reserven sind für die Zeit gedacht, in denen die Jagd oder Ernte erfolglos bleibt.

Aber jetzt mal ganz pragmatisch gedacht, wann sind wir das letzte Mal jagen gewesen? Für die meisten Menschen von uns ist  Nahrung immer und überall verfügbar und wir müssen nicht erst töten, um an Fleisch heran zu kommen. Ich zum Beispiel habe von meiner Wohnung aus gesehen genau gegenüber, also in ca. 100 Metern, einen großen Lebensmittelmarkt. Den mit den 4 großen weißen Buchstaben auf rotem Grund. Und wenn ich aus der Haustüre raus nach rechts gehe, kommt in gut 150 Metern ein Shoppingcenter, in dem im Keller noch mal ein doppelt so großer Lebensmittelmarkt der gleichen Firma ist. Neben diesem Markt ist im nächsten Center ein großer Markendiscounter mit gelben Buchstaben und weil die Konkurenz sich das nicht bieten lässt, im übernächsten Center gleich der andere große Discounter mit blauen Buchstaben. Wenn ich in einem reinen Bioladen einkaufen möchte ist gleich in 50 Metern die Gelegenheit dazu.

Ja Berlin ist schon verrückt! Verhungern geht hier nur, wenn man kein Geld hat!

Heutzutage brauche ich nicht mehr auf die Pirsch zu gehen und mich mühselig an die begehrten Nahrungsmittel heranrobben, sondern schmeiße einen Plastikchip in einen der silbrigen, aus Drahtgeflecht gewobenen Jagdwagen und kann erhobenen Hauptes fröhlich pfeifend und in bunt schillernden Klamotten an die Regale gehen und mich bedienen.

Haben Sie schon mal einen Fuchs beobachtet, der die Vorderläufe in die Hüften stemmt und sich beschwert, dass da gar keine Maus aus dem Loch raus kommt? Nein? Neulich habe ich genau das beobachtet! Ein ziemlich genervter Mann mitte 50 stand genau so vor dem Regal und heischte die Verkäuferin an, dass da keine Nudeln seiner Lieblingssorte mehr im Regal standen. „Füllense ditt ma wieder schleunigst auf!“, motzte er und kam sich dabei wie Mufase aus dem König der Löwen vor.

Ja und dann wundern wir uns…

Die Lebensumstände haben sich gehörig geändert und voraussichtlich kommt es in der nächsten Woche zu keiner Eiszeit, aber das weiß Dein Körper leider nicht. Mittlerweile  gibt es an jeder Ecke Imbissbuden und Fast-Food-Läden, die uns mit zahlreichen Kalorien versorgen. Genau genommen gibt es also keinen Grund von einem Hungertod auszugehen, trotzdem versucht Dich Dein Körper davor zu beschützen und legt Notreserven an.

Bei einer Diät kommt es im Körper zu einem Energiedefizit, dadurch läuten die Glocken der Frühwarnsysteme und entsprechende Vorkehrungen werden getroffen. Zum Nachteil all derjenigen, die abnehmen möchten, kennt der Körper eine Vielzahl an Methoden, um dieser Knappheit entgegenzuwirken und das „Überleben“ zu sichern. Schließlich weiß der Körper nicht, wann es die nächste richtige Mahlzeit geben wird und die Lieblingssorte Nudeln nicht wie gewohnt im Regal stehen.

Ein Trick den der Körper in Notzeiten wendet ist es, die zuständigen Hormone für den Stoffwechsel herunter zu schrauben. Somit tritt der körpereigene Energiesparmodus ein. Eine kohlenhydratarme Ernährungsweise wirkt dem also entgegen ist daher super effektiv um abzunehmen. Allerdings eher für Menschen mit wenig Bewegungsdrang. Leider hat diese Methode Nebenwirkungen. Wer solche eine Low-Carb-Diät über einen längeren Zeitraum durchführen, riskiert eine dauerhafte hormonelle Anpassung des Körpers.

Jetzt kommt der Cheat Day ins Spiel. Die dabei zugeführten Kohlenhydrate sorgen dafür, dass der Stoffwechsel wieder richtig Fahrt aufnimmt und die Fettpolster weiter schmelzen, denn die große Energiemenge signalisiert dem Körper, dass die Hungerperiode vorbei ist. Das Gehirn wird wieder mit Glukose versorgt und die dabei ausgeschütteten Glückshormone helfen, Müdigkeit und schlechte Laune wieder loszuwerden, die durch die energiearmen Phasen einer Diät entstehen.

Für mich wird es allerdings in den kommenden 12 Monaten zu keinen Cheat Days mehr kommen. Durch den Magenballon bin ich gezwungen, nur noch kleine Portionen aufnehmen zu können. Das ist ja der Sinn hinter dieser Methode. Also zelebriere ich heute meinen letzten Cheat Day und werde ordentlich schlemmen.

Ein leckeres Menü mit Vorspeise, Hauptgang und eventuell einer Nachspeise, mmmh!

Wie bereits erwähnt, beginnt dann ab morgen Früh die Flüssigkostnahrung. Verfolgt also weiterhin meinen Blog und lest im nächsten Beitrag, welche großen Ziele ich vom Magenballon erwarte. Außerdem stelle ich dann noch einmal ein „Vorher Bild“ mit den Ausgangsdaten hier in den Blog, damit der zu erwartende Erfolg auch sichtbar dargestellt wird.

Passt auf Euch auf lasst Euren nächsten Bissen auf der Zunge zergehen!

Euer Stephan

Autor: Die Anonymen Ukuleliker

Hallo, wir sind die Kultband aus Berlin!

2 Kommentare zu „Noch einmal einen Cheat Day“

  1. Hallo Stephan,

    sicher hattest du noch einmal einen exzellenten „Cheat Day“ (Beschummeltag). Schade dass du diesen nicht in der von dir gewohnten Weise beschrieben hast. Ich hätte so gerne auch meinen Mund nach dem Lesen abgewischt 😉
    Spaß beiseite! Du bist in den Vorbereitungen zum Eingriff und da müssen spätestens jetzt Gedanken anderer Art angesagt sein.
    Wie ist deine Ernährung (samt Getränke) seit dem Cheat Day verlaufen? Was genau hast du zu dir genommen? Wie fühlst du dich? (organisch und psychisch?)
    Lieber Stehpan, von Herzen wünsche ich dir einen ausgeprägten fröhlichen Mut. Gönne dir vielleicht ein schönes Stück Haydn oder Boccherini, falls du Klassik liebst. Das muntert auf.
    Morgen um diese Zeit dürfte das erste Unbehagen vorbei sein und dein neues Leben beginnt.
    Alles Gute
    Wolfgang

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