14 Tage mit dem Magenballon geschafft

Meine lieben Leserinnen und Leser, liebe Follower und Interessierte,

heute genau vor 14 Tagen ist mir der kleine Spatz eingepflanzt worden und ich möchte mal wieder ein Resümee ziehen, wie es mir so erging.

Zunächst einmal, um an den Bericht vom letzten Mal anzuknüpfen, erleide ich immer noch ziemliche Qualen. Es ist ein Auf und ein Ab im täglichen Rhythmus der Ballon-Gezeiten. Manchmal kann ich es gar nicht so recht einordnen, warum ich schon wieder dieses unerträgliche Unwohlsein habe. Oft habe ich gar nichts neues ausprobiert, aber der Ballon dreht seine Runden und lässt mich aufblähen und dann kommt, was kommen muss und ich speie schon wieder alles aus. Wie immer geht es mir dann anschließend wieder hervorragend und ich verspüre dann sogar großen Hunger. – Schwierig einzuordnen, aber wenn ich dann nach der großen Erleichterung wieder etwas esse, einen Toast mit Frischkäse zum Beispiel, vertrage ich diese kleine Mahlzeit und der Ballon rebelliert nicht mehr.

Die letzten drei Tage waren nicht sehr ermunternd. Manchmal bekomme ich während des Schlafens einen derart heftigen Reflux, dass mir die Magensäure langsam hochkommt und ich mich daran verschlucke. Dann läuft die Säure, ätzend wie sie ist, in die Luftröhre und bringt mich zum Husten. Davon werde ich dann typischer Weise wach und keuche und huste und kämpfe wie ein Kreml-Kritiker nach einem Säureattentat um mein Leben. Die Nacht ist dann jedes Mal schlagartig vorbei. Der Hustenreiz gibt sich erst nach Stunden wieder und das Brennen in den Strängen meines Halsinneren schreit nach Linderung und Erlösung. Der Geschmack auf der Zunge ähnelt dem nach Gift und Galle und ich weiß nicht, ob er sich von dem einer Chemie-Abwasserkloake groß unterscheidet.

Die viele Kotzerei zermürbt die Psyche und der auf sparstufe heruntergefahrene Kreislauf nagt am Wohlsein. Ich muss nun mittlerweile ehrlich sagen, dass ich an meiner Genesung Zweifel hege. Wie lange soll das bitte denn noch so weiter gehen? Mein Verlangen nach einem Tee, oder etwas gekochtem ist unsagbar groß. Ich ernähre mich derzeit von Toast und Eiweißshakes, denn momentan bleibt nicht mal etwas Obst drinnen.

Mein Arzt hält das langsam auch für sehr seltsam und kann sich irgendwie nicht richtig einen Reim darauf machen. Er versucht mich zu beruhigen und erklärt mir, dass wirklich jeder Körper anders auf diesen Ballon reagiert, aber er hätte es selten bis nie erlebt, dass es nun so lange andauert.

Manchmal frage ich mich, ob ich eventuell eine Unverträglichkeit gegen das am Ballon enthaltene Material habe. Ein Lösungsvorschlag vom Arzt wäre auch, eventuell in den kommenden Tagen oder Wochen, wenn sich mein Zustand nicht bessert, mich noch einmal in Narkose zu legen und den Inhalt des Ballons zu reduzieren. Hiervon habe ich allerdings bis jetzt noch kein Interesse, denn mit dem Blick heute morgen auf die Waage, stellte ich fest, dass ich 10,5 Kilo abgenommen habe! Ziehe ich die etwas mehr als 500 Gramm Ballon noch ab, dann sind es sogar schon 11 Kilo.

Unter 100 Kilo hatte ich laut meiner Liste zuletzt am 18. Januar 2018. Und das auch nur für ganz kurze Zeit. Ich will das schaffen! Ich muss da durch! Und ich will weiterhin abnehmen! Kotze es, was es wolle!

Momentan kann ich also auch mit meiner Begleittherapie und Ernährungsberatung noch nicht anfangen, denn was bringt es mir über Portionsgrößen und Zusammensetzung der Nährwertangaben zu sinnieren, wenn ich von Glück reden kann, dass 3 Esslöffel Quark oder eine Scheibe Toast schon zu viel sein können? Aber alles zu seiner Zeit sage ich immer! Some like it hot und so bin ich gerne mal Einer, der den harten Weg gehen muss, dass kenne ich schon. Ich möchte stark bleiben und diesen Weg konsequent weiter gehen! Mit Magenballon und mit Erfolg! Dafür habe ich mich entschieden und eine verdammte, dicke Stange Geld hingeblättert! Außerdem frage ich mich, welche Wahl ich sonst habe? Es geht mir hier nicht um meinen Bauch und um diesen in 12 Monaten zu verlieren. Es geht mir hier um meine Leber! Wegen der mache ich das und der will ich helfen, denn ich will Leben und später mal wenigsten ein paar Jahre lang was von meiner Rente genießen. Wie klein diese auch ausfallen mag! Dafür kämpfe ich und dafür wählte ich diese Option aus.

Mit diesen Worten und Gedanken verabschiede ich mich in die Woche drei und halte Euch selbstredend auf dem Laufenden.

Wie immer, bleibt gesund und genießt das Leben!

Euer Stephan

Autor: Die Anonymen Ukuleliker

Hallo, wir sind die Kultband aus Berlin!

2 Kommentare zu „14 Tage mit dem Magenballon geschafft“

  1. Kotze es, was es wolle!

    Lieber Stephan,
    vorab einen herzlichen Glückwunsch zum UHU !!!

    Was nun aber den Tenor deines Posts betrifft, muss ich schon feststellen, dass du mit dem Spatz einen verdammt harten Weg gewählt hast.
    Ja, Spatzen sind frech, das ist bekannt, aber eigentlich ist dein Spatz mehr eine Katz. Die tut auch was sie will.

    In Anbetracht deiner nahegehenden Leiden (und das meine ich ohne Ironie) bin ich beeindruckt über dein Durchhaltevermögen und es ist nur zu verständlich, wenn du dich fragst, ob das viele aufgewandte Geld diese Qualen rechtfertigt.

    Bei deiner Begründung, dass du durch Lebergesundung die Rente (so klein sie auch sein mag !) erreichen möchtest, frage ich mich immer wieder, wie es zu deiner Leberschädigung kommen konnte. Die Adipositas scheint mir da nicht unbedingt schuld zu sein. Hast du mal darüber nachgedacht, ob nicht eventuell der Medikamenteneinsatz (HIV) seinen Anteil hat? Weshalb auch immer, ich würde in diesem Fall mehr auf Lebersanierung setzten. (Vielleicht tust du das ja auch schon)

    Ich habe mir das Buch LEBERFASTEN von Dr. Worm/Frau Teutsch, gekauft, und versuche vermehrt, dessen Hinweise zu beachten. Obwohl meine Leberwerte im akzeptablen Bereich sind, bin auch ich beschämter Besitzer einer beachtlichen Fettleber. Mein Lebenswandel war zu lange übertrieben.

    Bei allem Verständnis für die Belastung die du bisher geduldig erträgst, habe ich dann doch geschmunzelt, als du deiner Abnahme noch das Gewicht des Ballons zugeschlagen hast. Ja, in diesem Stadium freut man sich über jedes Gramm. Wie schrieb doch die Reinigungsfirma als Werbeslogan auf ihren Transit? „Wir freun uns über jeden Dreck“.

    Spass zur Seite, dass dein Arzt dir mitgeteilt hat, dass dein Befinden seltsam und außergewöhnlich sei, hatte ich, ehrlich gesagt, erwartet. Was bleibt dem armen Kerl denn anderes übrig?

    Nein, ich will hier nicht rumklugscheißen und den Unkenrufer machen, immerhin hattest du schon vor dem Eingriff etliche deiner jetzt aufkommenden Unbilden deutlich zum Ausdruck gebracht. Als Angler würde ich am liebsten den „Herrn Spatz“ mit einem Sechserhaken aus dem Magen ziehen und dich dann zum Schlauchmagenspezialisten schicken.

    Lieber Stephan, ohne dir den Spatz abspenstig machen zu wollen, meine ich schon, auf die Psyche zu achten, Rente hin oder her. Das Vorhaben als solches, die Leber zu kurieren, ist ja schon ein beachtlicher Plan, aber die Begleiterscheinungen müssen diesem angemessen sein. Diese Reflux-Geschichte hört sich ja nun wirklich nicht gesund an und der Vergleich mit der Chemie-Abwasser-Kloake stimmt mehr wie bedenklich.

    Das Verlangen nach einem warmen Tee ist nun wirklich nicht übertrieben und zeigt, mit wie wenig man einen Menschen in bestimmten Situationen glücklich machen könnte. Im Moment scheint mir nur der Gang auf die Wage zu helfen. Hoffentlich aber stellt sich bald eine Erträglichkeit ein.

    Stephan, sei versichert, dass deine Blog-User ehrlich mitfühlen und dir von Herzen gute Besserung wünschen. So auch ich.

    Wolfgang

    Gefällt 1 Person

  2. Lieber Stephan,
    wow, ich bin wirklich hin und her gerissen, wenn ich lese, wie es dir geht. Ich weiß nicht, ob ich dieses Durchhaltevermögen hätte, wenn mich etwas so dermaßen belastet, vor allem wenn es um den Schlaf geht. Ohne Schlaf sind wir nix, da kann keine Energie entstehen, und dann noch diese Schmerzen und Übelkeit? Ja doch, ich kann verstehen, daß du jubelst wenn du auf der Waage stehst, das muss ein tolles Gefühl sein. Ich hoffe sehr, daß sich dein Zustand sehr bald ändert, denn das kann auf Dauer ja auch nicht gesund sein. Ich denke jedenfalls ganz viel an dich und wünsche dir von Herzen alles Gute!

    Gefällt 1 Person

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