Notfallmaßnahmen

Ihr lieben Leserinnen und Leser, geschätzte Follower und Interessierte.

Leider habe ich heute ein neues Update zu meiner momentanen Situation zu berichten. Wie die fleißigen Leser unter Euch ja mitbekommen haben, ging es mir seit Ende letzter Woche zunehmend schlechter. Ich vertrage plötzlich Speisen nicht nicht mehr, die ich zuvor noch sehr gut essen konnte. Mittlerweile hat sich das dermaßen zugespitzt, dass ich, egal was ich esse, große Probleme bekomme. Zunächst scheint alles in Ordnung, ich esse und der Magenballon gibt ruhe. Dann, 1 bis 3 Stunden später und sich allmählich steigernd, nehmen die Beschwerden zu und es kommt zu heftigen Reaktionen. Ich blähe immer mehr auf und der Ballon hüpft auf und nieder, was sehr deutlich zu spüren ist. Dies geschieht mit erhöhter Refluxaktivität, die die Situation dann bis ins unerträgliche steigert. Meist halte ich es nicht sehr lange durch und muss mich eiligst in wischbare Räumlichkeiten mit großen Auffangbehältnissen und Wasservorrichtungen begeben, denn als hätte jemand einen Kanonenschlag im Magen entzündet, schießt mir die ………… wie eine Fontäne aus dem Halse und ergießt sich schwallartig in die von mir anvisierte Kopfrichtung.

Dieser Zustand begann seit ungefähr letzten Freitag, also heute vor 5 Tagen. Zunächst stellte ich fest, dass ich mich wieder öfter übergeben musste. So etwas kann zum Beispiel geschehen, wenn ich zu schnell gegessen oder getrunken habe oder einfach mal doch zu viel von etwas hatte. Bis dahin vertrug ich außer Toast mit Käse, leichtes Obst oder Milchspeisen und pures Wasser. Alles musste immer kalt, beziehungsweise Zimmertemperatur haben. Wenn es wärmer war, spukte ich es sofort aus. Ich habe bis Freitag auch immer noch keinen Tee oder gekochtes Essen zu mir nehmen können.

Das Wochenende verlief schleppend und ich musste mich von Tag zu Tag, ja sogar in der Nacht oder gleich am frühen Morgen Übergeben. Montag, mein erster Arbeitstag mit Ballon und einer Tragdauer von dahin 14 Tagen, verlief so einigermaßen. Ich konnte mich mit meinem Chef einigen nur für bestimmte Tätigkeiten ins Büro zu kommen und mittags dann im Homeoffice weiter zu arbeiten. Das war auch gut so, denn gleich nach dem ich am Montag wieder zu Hause war, musste ich meinen Mageninhalt, zumindest den, den ich mir ernährungstechnisch zugeführt hatte, schnellstens wieder los werden.

Die Nacht verlief ebenfalls nicht gut und ich konnte den 2. Arbeitstag, also gestern, schon nicht mehr vollenden, sondern musste den Dienst frühzeitig wegen Krank wieder verlassen.

Gleich nachdem ich mit dem Arzt telefonierte, begab ich mich in die Notfallpraxis. Mein Zustand wurde von Stunde zu Stunde kritischer, denn ich war völlig dehydriert und mein Kreislauf war sehr tief im Keller. Ich bekam sofort 1000 ml Kochsalzlösung mit Medikamenten per Infusion verabreicht, welches meinen Kreislauf wieder stabilisierte. Als nächste Maßnahme wurde mir die gleiche Prozedur für heute noch einmal verordnet.

So war ich heute dann also wieder in der Praxis und bekam noch einmal 1500 ml NACL Lösung. Dann ging mein Doc auf Spurensuche und empfahl mir einen Versuch. Ich musste 1 Glas nicht mehr ganz so warme Hühnerbrühe trinken und dann für 30 Minuten spazieren gehen. Bewegung sei nun ganz wichtig, denn er wolle sehen, ob sich die Flüssigkeit um den Ballon herumschlängelt und sich in Richtung Darm bewegt.

Gesagt, getan, ich ging eine halbe Stunde am Schlachtensee, der genau gegenüber der Praxis ist, spazieren und kehrte dann mit erneut beginnenden Magengrummeln, zurück in die Praxis. Hier wurde mir zunehmend übler und ich sagte meinem Doc, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis ich mich übergeben müsste. Er gab mir darauf hin eine Emulsion, die Blähungen und Magenschaum auflöst. Diese dient zur Beseitigung solcher Schäume, damit gastroenterologische Untersuchungen vorgenommen werden können.

Nachdem ich die Emulsion eingenommen hatte, ging es mir schlagartig besser. Der nächste Schritt war dann eine Sonographie. Das Bild hierbei war deutlich zu sehen. Ich meinte zu meinem Doc, gleich nach dem selbst ich IHN erkannte, ich sei ja doch schwanger! Wir lachten herzhaft, denn wie auf einem Ultraschallbild, war deutlich der kleine Spatz zu erkennen. Er bewegte sich frei im oberen Magenbereich und drehte sich und gab alles um ihn herum frei. Das war der Beweis, dass er also doch nicht zu groß, bzw. voll gefüllt ist. Denn diese Vermutung hatten wir bis dahin, dass für meinen Magen ein 500 ml Magenballon doch zu groß sei.

Was nun sich aber stattdessen deutlich zeigte, war der obere Darmbereich, der sich an den Magen anschließt. Gleich hinter dem Magenpförtner, im Zwölffingerdarm lagen erkennbare Kotreste, die den Darm derart einengen, dass nur wenig Speisebrei aus dem Magen die Passage durchlaufen kann.

Durch die Darmträgheit der letzten 2 Wochen, und den ab und zu von mir eingenommenen Speisen, die aber allesamt viel zu wenig an Volumen darstellten, blieben wohl zu viele Speisereste liegen. In diesem Bereich entzieht der Körper dem Brei so viel Flüssigkeit wie möglich. Da mein Darm momentan nicht richtig abreitet, wird dieser Brei zu langsam weiter transportiert und verdickt somit. Wenn ich nun etwas gegessen habe, erklärt das auch, warum es zu solchen Reaktionen kam.

Nach unten geht nichts ab, also muss das Ganze dann nach oben heraus. Mit viel Überdruck, den der Magen aufbaut, schießt er alles sofort wieder aus den Körper. Jeds Mal, wenn ich jetzt warme Speisen und Tee zu mir nahm, reagierte der Magen noch schneller und reagierte damit, dass er jeglichen Inhalt sofort wieder abstößt.

Sicherlich habe ich Euch diese Prozedur jetzt nicht wissenschaftlich genau erklärt, aber ich bin auch kein Arzt und Ihr seid zum größten Teil ja auch nur Laien, die es einfach nur verstehen wollen.

Fakt ist, dass ich jetzt erst einmal ordentlich meinen Darm entleeren muss und mit der Emulsion gegen die Blähungen und dem Magenschaum versuche ich, wenigstens etwas Brühe für heute in mir zu behalten. Ich telefoniere dann heute Abend und morgen Früh wieder mit meinem Doc, wie die Zeit bis dahin verlaufen ist. Wenn alles gut läuft, braucht der Spatz noch nicht verkleinert werden, sondern der Gewöhnungsprozess kann ganz normal weiter laufen und alles wird endlich gut.

Bis jetzt habe ich meine zwei Tassen Brühe gut vertragen und konnte auch schon ordentlich abführen. Möge es die Lösung meines Problems gewesen sein und der Spuk damit endlich vorbei sein.

Als Rat gebe ich allen Nachahmern gerne mit auf dem Weg:

Achtet auf Eure Verdauung und macht vor der Implantierung eines Magenballons auf jeden Fall eine Darmentleerung und zwar vorher! Das erspart so manche Qual.

In diesem Sinne danke ich an dieser Stelle für Euer Interesse und dass Ihr so regen Anteil an meiner Geschichte nehmt!

Euer Stephan

Autor: Die Anonymen Ukuleliker

Hallo, wir sind die Kultband aus Berlin!

Ein Gedanke zu „Notfallmaßnahmen“

  1. Mein lieber leidgeprüfter Stephan,

    dem HERRN sei´s gedankt, dass der Entschäumer die Sicht auf Spatz und Kot-Reste freigegeben hat. Somit geht es nach deinem eigenen Bekunden ja schon deutlich besser und ich kann deshalb auch ein paar spassgeschwängerte Bemerkungen in meine Stellungnahme einbauen, ohne dass du in Rage kommst.

    Ich selbst habe vor Jahrzehnten in der Chemie gearbeitet und weiß um die entspannende Wirkung von Entschäumern. Auch da musste man per Entschäumer schnell agieren, bevor ein entstandener Farbschaum sich über die Apparaturen ergoss. Wie ich deinen Arzt einschätze, hat er seine ganze Fachkompetenz genutzt, um mit dir das Röntgenbild zu analysieren und gemeinsam habt ihr euch über das „Kleine„ gefreut, das da immer auf – und abhüpft 🙂
    (Ja, Stephan ich weiß, „wer den Schaden hat . . . spottet jeder Beschreibungen“ oder so ähnlich)

    Zum Glück warst du ja beim Gastroenterologen und nicht bei einem Gynäkologen mit gekaufter Zulassung in einem korrupten Drittland, sonst wäre das Konglomerat unterhalb des Magenpförtners womöglich noch als Plazenta befunden worden 🙂

    Nun aber Spass zur Seite. Ich kann mir deine Erleichterung vorstellen, mit welcher du – vielleicht zum ersten Mal nach Tagen, die Nahrung „auf normalem Weg“ loswerden konntest. Sicher wird dir dein Arzt nunmehr Medikamente verschreiben, die die „Befüllungs“- und Verdauungsprozesse in Balance bringen werden. Dann hoffe ich für dich, dass du langsam zum ersehnten Tee und etwas Gekochtem durchdringen kannst, ohne Befürchtung, jene verhassten Gefäße in Anspruch nehmen zu müssen, die dir in den letzten Tagen dennoch die größte Wischerei abgenommen haben.

    Du hast übrigens den Vorgang der bisherigen Behinderung recht eingängig erklärt, finde ich. Lediglich im Absatz 10 nach der Überschrift blieb ich kurz hängen und musste schmunzeln.:-) 
    Nun das alles ist ohne Relevanz und das Wichtigste ist, das deine Kraftsuppe dir neues, lange nicht mehr gekanntes Wohlgefühl beschert. Zudem bin ich der guten Hoffnung, dass du heute Nacht einen recht erholsamen Schlaf finden wirst.

    Ich freu mich auf baldige – und ganz sicher gute Nachrichten.

    Lieben Gruß
    Wolfgang

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