Da bin ich wieder, es geht weiter!

Hallo liebe Leserinnen und Leser, verehrte Interessenten am Projekt Magenballon.

Ich weiß, es ist mittlerweile schon einige Zeit vergangen, seit meinem letzten Bericht und ich hatte Euch versprochen, fleißig weiter zu posten.

Ehrlich gesagt war ich in den vergangen vier Wochen in einer Sinnkriese und habe lange überlegt, wie es hier weitergehen kann. Der Magenballon ist draußen, das Trauma mit all der Kotzerei und der damit verbundenen Dramatik überwunden und meine Suche nach einem Weg, wie es weitergehen kann, ist gefunden. Also gibt es wieder neue Posts von mir, damit die ganz treuen Fans weiter informiert bleiben.

Wie im letzten Bericht zu lesen war, habe ich, um meinen durch den Ballon erzwungenen Gewichtsverlust zu halten, streng auf meine Kalorienzufuhr geachtet. Ich genehmigte mir nicht mehr als 1200 Kalorien pro Tag. Penetrant schrieb ich in einer App jedes Gramm an Lebensmittel auf, das ich gegessen habe. Ich notierte jedes Getränk und meine ganze Kraft wurde in das Projekt Gewichtsabnahme gesteckt. Ich fing an mich wie ein wilder darauf zu konzentrieren, wie ich meinen Alltag umgestalten könnte, um endlich mehr Bewegung für eine erhöhte Kalorienverbrennung in Gang zu bringen.

Die Endtäuschung, dass ich den Magenballon als einer der ganz wenigen Menschen nicht vertragen habe, dass ich das Projekt mit der „Krücke“ zum erheblichen Gewichtsverlust so frühzeitig abbrechen musste, ist mir erst einige Tage später bewusst geworden. Sicher war ich heilfroh, dass ich endlich wieder etwas essen konnte und nicht alles wieder aus mir heraus befördert wurde, noch ehe es verdaut war. Der Kreislauf stabilisierte sich und ich wurde zunehmend klarer im Kopf.

Warum hat es nicht funktioniert? Wieso musste ich einer der wenigen sein, die das so ausgereifte und langbewehrte Material nicht vertragen können? Ist es mein Schicksal dick zu sein? Hat mein Karma es so vorbestimmt, dass meine Leber frühzeitig wegen der Fettleibigkeit zur Zirrhose kommt? Ich habe so vieles in meinem Leben geschafft und erreicht und habe mich sehr oft hart dazu durchkämpfen müssen! Soll es also nun so sein, dass ich daran scheitere, mein Gewicht in ein gesundes Level zu bugsieren und dort zu halten? Fragen über Fragen, die ich mir stellte und nicht fähig war meine Gedanken mit Euch hier zu teilen.

Eines ist mir in dieser ganzen Zeit klar geworden, ein Aufgeben lasse ich nicht zu! Mein Wille, mein Leben durch eine gesunde Lebensweise und einem gesunden Verhalten so lange als möglich in Takt zu halten, ist stärker denn je.

Ich nutze die Kraft der verlorenen 14 Kilogramm als Antrieb. Seit dem der Bauch schon um einiges geschrumpft ist, kann ich mich nicht nur viel besser bücken und bekomme viel besser Luft beim Treppensteigen, sondern bin so hochmotiviert, dass ich mehr und mehr beginne mich zu bewegen. Ich fahre wesentlich mehr Fahrrad und laufe viel mehr Schritte jeden Tag als noch zuvor.

Was sich außerdem geändert hat, ist meine Ernährung. Das Kalorienzählen habe ich eingestellt. Mir wurde im Vorhinein schon von der Krankenkasse eine Ernährungsberatung genehmigt. Diese hat nun endlich begonnen und läuft, auf Grund von Corona, virtuell im Videochat statt. Hier wurde mir erklärt, dass mein striktes Kalorienzählen eher kontraproduktiv ist. Mein Fehler war es, nicht mehr als 1200 Kalorien pro Tag zu mir zu nehmen. Damit versetze ich meinen Körper lediglich in einen „Sparmodus“ und er speichert so viel Energie, als möglich ab, um die Hungerkriese zu überstehen. Bei einem Grundumsatz von 2500 Kalorien pro Tag, sollte man Minimum auf ca. 1800 Kalorien kommen. Außerdem wäre es mich, meine Leber und der Gichtproblematik besser einen eher Kohlenhydratarmen Ernährungsplan einzuhalten.

Folgenden Ernährungsplan haben wir für mich aufgestellt:

Frühstück:

250g Magerquark oder fettarmer Joghurt

(verdünnt mit fettarmer Milch)

4 EL Haferflocken

1 Hand voll Obst

1 Hand voll Nüsse

oder:

2 handtellergroße Scheiben Vollkornbrot

wenig Fett (besser Senf oder Tomatenmark statt Fett)

Mageren Käse oder fettarme Wust wie Schinken

Mittagessen und Abendessen sind bei mir gleich:

Pro Mahlzeit:

300 Gramm Gemüse

250 – 350 Gramm Fleisch

200 Gramm Proteine / Eiweis (etwa Mozerella oder Fetakäse, bzw. Hüttenkäse oder Saure Sahne)

Salat ist jederzeit erlaubt.

Keine Zwischenmahlzeiten. (Wenn der Hunger doch zu groß ist, dann Rohkost wie Möhre, Gurge oder Paprika)

Als Abwechslung im Plan gilt:

1 mal pro Woche rotes Fleisch

2 mal pro Woche weißes Fleisch

2 mal pro Woche Fisch

1 mal pro Woche Hülsenfrüchte

1 mal pro Woche Vegetarisch

ABER:

Nur zwei mal pro Monat sind Gerichte mit Kartoffeln, bzw. Nudeln oder Reis erlaubt!

Zwischen den Mahlzeiten sollten mindestens 4 Stunden fasten liegen!

Keine zuckerhaltigen Getränke! Kein Alkohl!

TÄGLICH VIEL BEWEGUNG !!!

Mit diesem neuen Speiseplan und meinem Willen, auch ohne Magenballon weiter zu machen starte ich also in einen neuen Abschnitt!

Verzeiht mir, wenn ich nicht mehr jede Woche schreibe, aber bleibt dran und verfolgt meinen Weg, der so spannend anfing.

Ich werde auch weiterhin in regelmäßig unregelmäßigen Abständen Erfolge und Neues berichten. Versprochen!

Am besten Ihr abonniert meinen Blog, dann bekommt Ihr automatisch Bescheid, sobald ich es Neues gibt!

Danke für Eure Geduld

Euer Stephan

1. Woche ohne Magenballon

Heute ist es genau eine Woche her, dass mir der Magenballon wieder gezogen werden musste. Ich kann Euch sagen, es ist ein wirklich großer Unterschied! Dabei muss ich ehrlich feststellen, dass es mir sehr viel besser geht! Gut, das Ziel wurde nicht erreicht, ich muss nun 11 Monate früher als geplant, mein Leben und mein Gewicht ohne diese Hilfe in den Griff bekommen.

Ich hatte ja noch gut eine Woche Zeit, meinen Körper wieder fit zu bekommen und es war ein Genuss, wieder essen und ausreichend trinken zu können. Natürlich habe ich dabei eines immer ganz genau im Blick gehabt, die Kalorien.

Meine Oma hat früher immer gesagt: „Der Wind bläst rote Backen, aber keine dicken Ärsche!“

Der Spruch will übersetzt ins wahre Leben heißen, dass wer mehr Kalorien zu sich nimmt, als er verbrennen tut, den Überschuss abspeichert. Leider tut er dies in Form von Fettpolstern. Also ist die Quintessenz aus dem Oma-Spruch doch ganz einfach:

„Kontrolliere deine Kalorienzufuhr!“

Also weniger Kalorien zuführen und mehr davon verbrennen, heißt ab sofort meine Devise. Wie Ihr in meiner Aufstellung ersehen könnt, habe ich akribisch Buch darüber geführt, was ich gegessen und getrunken habe und wieviel sportliche Betätigung ich in der Woche zusätzlich geschafft habe. Am Montag wurden keine Eintragungen vorgenommen, weil das der letzte Tag mit Magenballon war und ich statt Nahrung und Trinken in mir zu behalten, mich permanent übergeben habe. Von daher gab es am Montag auch keinerlei Aktivitäten.

Am Dienstag habe ich den Ballon gezogen bekommen und noch am selben Tag wieder essen können. Zu lesen ist das Diagramm folgendermaßen:

Nur am Montag war das Ziel 2.500 Kalorien zu erreichen. Bei dem Gewicht wäre das lediglich der Grundumsatz, den es zu halten galt. Da ich an dem Tag keine Aktivität und keine Nahrungszufuhr hatte, bin ich mit 2.500 Kalorien an diesem Tag ins Defizit gerutscht.

Ab Dienstag habe ich den Tracker auf 1.200 Kalorien Tageszufuhr gesetzt. In der Spalte Ziel errechnet sich die Kalorienzufuhr dann aus den 1.200 plus den Kalorien aus der Spalte der Aktivitäten. Deswegen sind am Mittwoch und Donnerstag in der Spalte Ziel auch nur 1.200 Kalorien aufgezeigt.

Am Freitag und am Sonntag, (in der Spalte ganz rechts mit „Heute“ verzeichnet), bin ich Kalorientechnisch über das Ziel hinaus geschossen. Dennoch habe ich im Wochendurchschnitt nur 66% meiner Gesamt-Kalorienzufuhr erreicht. Das heißt also in Zahlen: von 13.505 Kalorien, erreichte ich nur 8.959 Kalorien. Also im Durchschnitt 1.279 Kalorien pro Tag.

Mein Gewicht nach dieser Woche ist übrigens unverändert geblieben. Ich habe weder zu- noch abgenommen! Da bin ich sehr stolz drauf, denn es war die erste Woche ohne Magenballon und ohne mich übergeben müssen und ich konnte mein Gewicht halten.

Jetzt heißt es dran bleiben und weiter so machen und noch an der Ernährung feilen. Ich verzichte gänzlich auf Alkohol und Zucker. Ebenso vermeide ich Kohlenhydrate aus Weißmehl und verzehre nur Brot aus Vollkornmehl.

Die Ernährungsberatung ist beantragt und wird demnächst ebenfalls starten. Ich denke, ich kann mein Ziel mit der Strategie auch ohne Ballon schaffen.

Bleibt gesund und interessiert, wie es hier weitergehen wird.

Euer Stephan

Projekt-Wende

Der Spatz ist tot, lang lebe der Spatz!

Liebe Leserinnen und Leser, verehrte Follower und Interessierte am Magenballon,

nach kurzer, heftiger Tragdauer und einem sehr kurzem, aber sehr intensiven Eigenleben, hat mich mein Hoffnungsträger Magenballon heute plötzlich und unerwartet verlassen. Um 08:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit wurde mir der Spatz 3 unter erneuter Narkose entnommen.

Zu groß waren die Diskrepanzen. Mein Körper hat sich 22 sehr lange Tage mit allen Mitteln gegen den Eindringling gewehrt und heute gewonnen. Wie Ihr in all meinen Berichten lesen konntet, habe ich sehr lange mit mir gerungen und heftigste Abwehrreaktionen meines Körpers leidend hingenommen. Ich habe in den letzten 22 Tagen weniger als 5.000 Kalorien zu mir genommen und mich mehr als 57 mal übergeben. 14 Kilogramm Körpergewicht habe ich in dieser Zeit verloren, das sind sage und schreibe 56 Päckchen Butter!!! Oder anders ausgedrückt, habe ich mehr als 1/3 der geplanten 35 Kilo bereits verloren. Allerdings in 22 Tagen und nicht wie geplant, in 12 Monaten.

Wie Ihr auf dem obigen Foto unschwer erkennen könnt, ist der Spatz 3 schon ein ziemlich großer Brocken und lag genau an der Stelle, wo Ihr ihn an meinem Körper sehen könnt. Er lag dort eingebettet mit samt dem kleinen Schlauch, der zum Be- und Entfüllen der Flüssigkeit dient.

Dank eines guten Hinweises von meinem eifrigem Leser Wolfgang, dem ich an dieser Stelle herzlichst für den Tipp danken möchte, habe ich meinen Doc heute darum gebeten, mir den entnommenen Spatz zu überlassen. Ich werde ihn erneut mit blauer Flüssigkeit, insgesamt 500 ml, füllen und ihn in einem Gießharzblock für die Ewigkeit versenken. So kann er mir noch auf unbegrenzte Zeit als Mahnmal dienen und mich an die härtesten drei Wochen meines Lebens erinnern. Er soll mir aufzeigen, welche Strapazen ich für den Gewichtsverlust auf mich nahm und welch große Narben er in dieser kurzen Zeit, auf meiner Seele hinterlassen hat.

Dennoch hat jede Medaille 2 Seiten.

Der Ballon hat mir nicht nur diesen raschen Gewichtsverlust verschafft, sondern auch viele Anregungen und intensive Auseinandersetzungen mit meinem Essverhalten in Gang gesetzt. Ich habe plötzlich ein lang verloren gegangenes Gefühl wieder entdeckt. Das Sättigungsgefühl. Genau das ist seit dem Spatz wieder eingetroffen. Ich habe gelernt, Signale meines Magens zu hören und zu spüren und das es mir besser geht, wenn ich auf diese Signale höre.

In all den Stunden meines Leidens habe ich mich so oft gefragt was mich stets dazu bewogen hat, ständig über mein Hungergefühl hinaus zu essen. Welche Auslöser brachten mich dazu so schnell zu essen und die Nahrung kaum genug zu kauen und zu erschmecken. Welche Befriedung hatte ich bei den Schlemmerorgien und welche Genüsse sind mir durch mein Verhalten dabei entgangen?

Ich weiß, ich habe die von mir erwählte „Krücke“ nun nicht mehr im Bauch, die mich daran hindern sollte, zu viel zu essen. Aber ich weiß auch, dass diese Krücke in 12 Monaten auch nicht mehr zur Verfügung gestanden hätte und ich dann genau wie jetzt, auf mein „Bauchgefühl“ und meinen wachen Verstand hören muss.

Ich werde also dieses Projekt nicht daran scheitern lassen, dass der Magenballon jetzt schon wieder raus ist, denn ehrlich gesagt, es ging mir mit diesen Ballon mittlerweile an die Gesundheit und ich riskierte dauerhafte Schäden davon tragen zu können.

Mein Arzt stellte beim Entnehmen des Ballons fest, dass ich einer der sehr seltenen Fälle bin, die den Ballon nicht vertragen. Mein Magen hat über reagiert und mein zunehmender Verfall hat mich fast in eine absolute Mangelernährung mit allen Folgeschäden geführt. Ich habe an Hand meiner Ernährungstagebücher ausgerechnet, dass ich zusammen mit den Getränken auf nicht einmal 5.000 Kalorien in 22 Tagen gekommen bin. Geht man davon aus, dass ich bei einem Tagesbedarf von ca. 2.700 Kalorien mindestens 1.800 pro Tag hätte zuführen müssen, macht das ein Defizit von insgesamt 34.600 Kalorien!

Das kann nicht gesund sein!!!!

Mein Projekt Magenballon hatte zum Ziel, in 12 Monaten 35 Kilo zu verlieren, um meine Leber vor der Zirrhose zu retten.

Allein mit dem Magenballon wäre es ein leichtes gewesen, dieses Ziel zu erreichen. Was danach kommt, ob ich dann auch das Gewicht ohne Ballon hätte halten können, wäre die weitaus größere Herausforderung gewesen.

Jetzt sind die Weichen gelegt und ich bin schon längst auf dem Weg zum Ziel. Ich habe bereits mehr als 1/3 meines Wunschgewichts verloren und bekomme nun die Chance, es auch ohne Ballon zu schaffen. Mit eiserner Disziplin und all den Erfahrungen der letzten 22 Tage habe ich genauso die Chance, mein Ziel zu erreichen. Dafür werde ich weiter kämpfen und mit neuem Mut den nächsten Abschnitt meines Weges gehen. Ohne Hilfsmittel wie Magenverkleinerung, Magenverstümmelung oder Magenblockierung!

Eine Ernährungsberatung ist mittlerweile angeheuert und wir starten in kürze mit den Sitzungen. Des Weiteren habe ich mich heute für eine psychologische Verhaltenstherapie im Ernährungsbereich beworben und sondiere gerade geeignete Psychologen aus.

Einen weiteren Schritt habe ich heute ebenso erneut aktiviert und mir alle Unterlagen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. zurecht gelegt. Mit den Thesen dieser Gesellschaft, die das Handvollprinzip propagiert, wird einem als gesunde Portionsgrößen die eigene Hand vorgeschlagen. Ich werde hierüber in einem meiner nächsten Berichte noch viel genauer eingehen, denn der Weg diese Art von Abmessung der Portionen hilft einem enorm weiter.

Außerdem ist mir längst bewusst, dass ein weiterer Faktor den Erfolg enorm steigern und stabilisieren kann. Die Bewegung, bzw. der Sport! Viel zu lange habe ich mich auf der Couch herumgelümmelt und viel zu selten aufgerafft, meinen Alabasterkörper an die frische Luft zu bewegen. Das wird sich jetzt ändern, denn dank der 14 bereits verlorenen Kilo merke ich plötzlich, dass es sich schon viel leichter bewegen lässt. Ich muss längst nicht mehr so keuchen und schnaufen und nach Luft ringen, wenn ich die drei Stockwerke meines Altbauhauses zur Wohnung hinauf gehe.

Dank Corona, habe ich schon im März meine BVG Jahreskarte für den öffentlichen Nahverkehr gekündigt und mir ein Fahrrad zugelegt. Ich habe also vor, nicht nur die täglichen 2 Kilometer zur Arbeit zu radeln, sondern zusätzlich noch 2 mal wöchentlich ein paar Extratouren damit zu fahren.

Alles in Allem sind das die weiteren Pläne für die nächsten 11 Monate, um mein Ziel zu erreichen. Auch ohne Magenballon!

Mir geht es seit der Ziehung des Ballons übrigens von Stunde zu Stunde besser und ich stecke wieder voller Lebenskraft, statt im Delirium. Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, welch Hochgenuss es heute für mich war, nach so langer Zeit endlich mal wieder mehr als einen Bissen essen zu können und mit Leichtigkeit eine Flüssigkeitszufuhr von über 2 Litern zu erreichen.

Der Magen hat sich sehr schnell beruhigt und ich hatte weder Magengrummeln, noch Refluxbeschwerden. So freue ich mich nun auf eine erholsame und störungsfreie Nacht und freue mich, Euch in der kommenden Zeit an meinem Weg teilhaben zu lassen.

Abonniert meinen Blog, das könnt Ihr rechts in der Leiste mit der Eintragung Eurer E-Mailadresse vornehmen und Ihr verpasst keinen neuen Eintrag mehr.

Gerne dürft Ihr auch weiterhin Kommentare hinterlassen und mit mir in den Austausch treten. Vielleicht habt Ihr ja auch noch ein paar Ideen, wie ich mein Ziel noch leichter erreichen kann oder ob ich den Blog nun umbenennen soll, da es den Magenballon ja jetzt nur noch im Acrylblock auf meinem Schreibtisch und nicht in meinem Magen gibt! Fotos davon werde ich Euch später noch präsentieren.

Bis dahin also,

bleibt gesund! Euer Stephan

Schachmatt

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Follower und Interessierte,

heute genau ist mein Magenballon 21 Tage in mir drinnen. Hier nun ein trauriges Update der letzten Woche:

Wie Ihr in meinem letzten Bericht lesen konntet, ging es immer wieder auf und ab mit meiner Gesundheit und der Verträglichkeit mit dem Magenballon. Mein Arzt hat im Ultraschall festgestellt, dass ich im oberen Bereich des Darmes, also dort, wo der Dünndarm an den Magenpförtner anschließt, Verengungen und Verstopfungen aufwies. Hierdurch konnte der Magen den Speisebrei und die Flüssigkeiten, sprich Nahrung, nicht mehr weiter transportieren. Die Bakterien und Faulgase aus dem Darm drückten den Mageninhalt also immer wieder nach oben, wo sie Druck aufbauen konnten. Das waren dann die heftigen Blähungen im Magen, die mir so übel zugesetzt hatten und den Druck aufbauten, der dann den Inhalt nach oben hinaus katapultierte.

Zunächst schien es so, als wenn die Abführmittel Erleichterung schaffen würden und der Inhalt wieder in die richtige Richtung befördert werden konnte. Leider war der Erfolg nur von geringer Dauer, denn nach 2 Tagen hatte ich die selben Probleme und einen erneuten Darmverschluss im selben Bereich. Also wieder Abführmittel, doch mittlerweile bestand meine einzige Ernährung nur noch aus Flüssigkost, sprich klarer Brühe und Wasser, bzw. mittlerweile auch wieder Tee. Selbst diese Dinge schien ich nicht mehr richtig zu vertragen.

Seit Mittwoch vergangener Woche quälten mich erneut heftige Sodbrennen und Refluxbeschwerden. Ich habe keine Nacht mehr ordentlich durchschlafen können und mich unzählige Male an den aufsteigenden Magensäften verschluckt. Heftiger Hustenreiz plagt mich seitdem und mein Kreislauf fährt zunehmend in den Keller.

Auch das Wochenende war ein einziges Auf und Ab. Mal ging es gut, mal ging es schlecht. In der Gesamtbilanz der letzten drei Wochen stehe ich aber immer noch am Anfang und sehe momentan keine wirkliche Besserung.

Tief in mir drinnen verspüre ich eine heftige Abwehrreaktion gegen diesen Ballon. Mein Körper kämpft mit allen Mitteln, diesen Fremdköper so schnell als möglich loswerden zu wollen. Selbst unter hoher Medikation von Refluxhemmern und Säureblockern, ebenfalls mit der Einnahme von Basenbildern, kommt mein Magen nicht zur Ruhe. Er produziert im Akkord Magensäure und knetet im 24 Stunden Takt am Ballon herum. In immer kürzer werdenden Abständen drückt er den Ballon mit allen Mageninhaltes nach oben und versucht ihn so aus mir heraus zu pressen. Dieses Drücken und Schieben und einsäuern ist derart unangenehm, dass ein „sich beruhigen und ablenken“ nicht möglich ist.

24 Stunden wird man durch diesen Kampf in der Mitte des Körpers daran erinnert, dass da was raus muss. Meine Konzentration lässt zunehmend nach und ich bin von Tag zu Tag kraftloser auf den Beinen. Spaziergänge, Filmchen schauen und anderwärtige Ablenkungen sind mittlerweile undenkbar geworden. Die Schlacht kostet nach jedem mal kotzen mehr Kraft und ich bin psychisch nur noch ein Wrack. Am Ende meiner Kräfte, verwundet und geschlagen.

Nachdem die letzte Nacht erneut schlaflos und im Kampf der Säureattacken rastlos war und ich nach dem widerholten Male Erbrechen tränenüberströmt versucht habe wenigsten ein Glas Wasser in mir zu behalten, entschloss ich mich die weiße Fahne zu schwenken und zu kapitulieren.

Ich gebe mich geschlagen und werde das Projekt Magenballon aufgeben.

Mir fehlen einfach die Kräfte, der Mut und die Hoffnung, dass dieser Zustand auch nur einigermaßen erträglich werden könnte. Ich gehe nun in die vierte Woche meiner Krankschreibung und es ist nicht im Geringsten zu ersehen, ab wann eine Besserung eintreten könnte.

Nach einem ausführlichen Telefonat mit meinem zuständigen Arzt habe ich die Entscheidung getroffen, mir den Magenballon so schnell als möglich wieder entfernen zu lassen. Ich sitze jetzt hier wie ein Häufchen Elend und warte darauf, dass mein Arzt mich zurückruft und mir den Termin für die Entnahme des Ballons bekannt gibt. Aller Voraussicht nach könnte es heute Nachmittag noch klappen. Kann aber auch sein, dass er keinen Anästhesisten findet, dann wird der Eingriff morgen oder übermorgen vorgenommen.

Bei der Entnahme des Ballons wird der Arzt dann auch feststellen können, wie es mittlerweile in meinem Magen aussieht und eventuell mehr darüber aussagen, warum ich den Spatz 3 nicht vertrage. Ihm persönlich ist eine solch heftige Reaktion bisher in seiner 20 jährigen Erfahrungszeit noch nicht vorgekommen.

Wie Ihr seht, hat mein Projekt Magenballon nun eine traurige Wendung genommen und ich bin froh, alles so genau wie möglich aufgezeigt und veröffentlicht zu haben. Ich möchte mit dieser eigenen Geschichte und Erfahrung, Menschen, die sich mit dem Gedanken tragen sich einen Magenballon implantieren zu lassen, weder ZU noch AB raten!

Meine Reaktion auf den Ballon ist allein meine Reaktion und jeder verträgt den Magenballon anders. Was ich durch gemacht habe muss nicht heißen, dass Ihr das Gleiche durchmachen müsst. Bei vielen ist es nur die ersten drei bis 5 Tage schlecht. Ich habe aber auch Berichte von Leuten gelesen, die ihn gar nicht vertragen haben und sich den Ballon auch früher haben wieder ziehen lassen.

Die Entscheidung fällt mir ehrlich gesagt, aufgrund der hohen Summe, die ich dafür selber habe zahlen müssen, nicht einfach. 4.300,- Euro sind eine teure Erfahrung für 3 Wochen Tragdauer und 13 Kilo Gewichtsverlust! Ziel war es, mit dem Magenballon die üblichen 30 bis 35 Kilo in einem Jahr zu verlieren.

Aber ehrlich gesagt, ist es mein Körper und meine Gesundheit, mit der ich gerade spiele. Die Erfahrung, die ich damit jetzt gerade gemacht habe, stimmt mich zwar wegen des Scheiterns traurig, sie zeigt mir aber auch, dass es bestimmt noch andere Wege gibt, mein Ziel zu erreichen.

Ich bin nicht gestorben in diesem Kampf, ich bin lediglich in die Knie gezwungen worden. So lange ich noch lebe, werde ich auch wieder aufstehen, mein Krönchen richten und weiter gehen.

Es gibt noch so viel mehr Wege und ich wette einer davon führt mich zu meinem Ziel. Schließlich habe ich schon viele Schlachten in meinem Leben gewonnen und bestanden. Warum also nicht auch diese!?

Bleibt dran, wenn Euch interessiert, wie es weiter geht.

Ich werde auch weiterhin berichten, wann der Ballon heraus kommt, wie meine Genesung verläuft und wie ich weiterhin versuchen werde, meine Leber zu retten und zu unterstützen, damit ich der Leberzirrhose entkomme.

Vielen Dank für Eure Treue!

Euer Stephan

Notfallmaßnahmen

Ihr lieben Leserinnen und Leser, geschätzte Follower und Interessierte.

Leider habe ich heute ein neues Update zu meiner momentanen Situation zu berichten. Wie die fleißigen Leser unter Euch ja mitbekommen haben, ging es mir seit Ende letzter Woche zunehmend schlechter. Ich vertrage plötzlich Speisen nicht nicht mehr, die ich zuvor noch sehr gut essen konnte. Mittlerweile hat sich das dermaßen zugespitzt, dass ich, egal was ich esse, große Probleme bekomme. Zunächst scheint alles in Ordnung, ich esse und der Magenballon gibt ruhe. Dann, 1 bis 3 Stunden später und sich allmählich steigernd, nehmen die Beschwerden zu und es kommt zu heftigen Reaktionen. Ich blähe immer mehr auf und der Ballon hüpft auf und nieder, was sehr deutlich zu spüren ist. Dies geschieht mit erhöhter Refluxaktivität, die die Situation dann bis ins unerträgliche steigert. Meist halte ich es nicht sehr lange durch und muss mich eiligst in wischbare Räumlichkeiten mit großen Auffangbehältnissen und Wasservorrichtungen begeben, denn als hätte jemand einen Kanonenschlag im Magen entzündet, schießt mir die ………… wie eine Fontäne aus dem Halse und ergießt sich schwallartig in die von mir anvisierte Kopfrichtung.

Dieser Zustand begann seit ungefähr letzten Freitag, also heute vor 5 Tagen. Zunächst stellte ich fest, dass ich mich wieder öfter übergeben musste. So etwas kann zum Beispiel geschehen, wenn ich zu schnell gegessen oder getrunken habe oder einfach mal doch zu viel von etwas hatte. Bis dahin vertrug ich außer Toast mit Käse, leichtes Obst oder Milchspeisen und pures Wasser. Alles musste immer kalt, beziehungsweise Zimmertemperatur haben. Wenn es wärmer war, spukte ich es sofort aus. Ich habe bis Freitag auch immer noch keinen Tee oder gekochtes Essen zu mir nehmen können.

Das Wochenende verlief schleppend und ich musste mich von Tag zu Tag, ja sogar in der Nacht oder gleich am frühen Morgen Übergeben. Montag, mein erster Arbeitstag mit Ballon und einer Tragdauer von dahin 14 Tagen, verlief so einigermaßen. Ich konnte mich mit meinem Chef einigen nur für bestimmte Tätigkeiten ins Büro zu kommen und mittags dann im Homeoffice weiter zu arbeiten. Das war auch gut so, denn gleich nach dem ich am Montag wieder zu Hause war, musste ich meinen Mageninhalt, zumindest den, den ich mir ernährungstechnisch zugeführt hatte, schnellstens wieder los werden.

Die Nacht verlief ebenfalls nicht gut und ich konnte den 2. Arbeitstag, also gestern, schon nicht mehr vollenden, sondern musste den Dienst frühzeitig wegen Krank wieder verlassen.

Gleich nachdem ich mit dem Arzt telefonierte, begab ich mich in die Notfallpraxis. Mein Zustand wurde von Stunde zu Stunde kritischer, denn ich war völlig dehydriert und mein Kreislauf war sehr tief im Keller. Ich bekam sofort 1000 ml Kochsalzlösung mit Medikamenten per Infusion verabreicht, welches meinen Kreislauf wieder stabilisierte. Als nächste Maßnahme wurde mir die gleiche Prozedur für heute noch einmal verordnet.

So war ich heute dann also wieder in der Praxis und bekam noch einmal 1500 ml NACL Lösung. Dann ging mein Doc auf Spurensuche und empfahl mir einen Versuch. Ich musste 1 Glas nicht mehr ganz so warme Hühnerbrühe trinken und dann für 30 Minuten spazieren gehen. Bewegung sei nun ganz wichtig, denn er wolle sehen, ob sich die Flüssigkeit um den Ballon herumschlängelt und sich in Richtung Darm bewegt.

Gesagt, getan, ich ging eine halbe Stunde am Schlachtensee, der genau gegenüber der Praxis ist, spazieren und kehrte dann mit erneut beginnenden Magengrummeln, zurück in die Praxis. Hier wurde mir zunehmend übler und ich sagte meinem Doc, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis ich mich übergeben müsste. Er gab mir darauf hin eine Emulsion, die Blähungen und Magenschaum auflöst. Diese dient zur Beseitigung solcher Schäume, damit gastroenterologische Untersuchungen vorgenommen werden können.

Nachdem ich die Emulsion eingenommen hatte, ging es mir schlagartig besser. Der nächste Schritt war dann eine Sonographie. Das Bild hierbei war deutlich zu sehen. Ich meinte zu meinem Doc, gleich nach dem selbst ich IHN erkannte, ich sei ja doch schwanger! Wir lachten herzhaft, denn wie auf einem Ultraschallbild, war deutlich der kleine Spatz zu erkennen. Er bewegte sich frei im oberen Magenbereich und drehte sich und gab alles um ihn herum frei. Das war der Beweis, dass er also doch nicht zu groß, bzw. voll gefüllt ist. Denn diese Vermutung hatten wir bis dahin, dass für meinen Magen ein 500 ml Magenballon doch zu groß sei.

Was nun sich aber stattdessen deutlich zeigte, war der obere Darmbereich, der sich an den Magen anschließt. Gleich hinter dem Magenpförtner, im Zwölffingerdarm lagen erkennbare Kotreste, die den Darm derart einengen, dass nur wenig Speisebrei aus dem Magen die Passage durchlaufen kann.

Durch die Darmträgheit der letzten 2 Wochen, und den ab und zu von mir eingenommenen Speisen, die aber allesamt viel zu wenig an Volumen darstellten, blieben wohl zu viele Speisereste liegen. In diesem Bereich entzieht der Körper dem Brei so viel Flüssigkeit wie möglich. Da mein Darm momentan nicht richtig abreitet, wird dieser Brei zu langsam weiter transportiert und verdickt somit. Wenn ich nun etwas gegessen habe, erklärt das auch, warum es zu solchen Reaktionen kam.

Nach unten geht nichts ab, also muss das Ganze dann nach oben heraus. Mit viel Überdruck, den der Magen aufbaut, schießt er alles sofort wieder aus den Körper. Jeds Mal, wenn ich jetzt warme Speisen und Tee zu mir nahm, reagierte der Magen noch schneller und reagierte damit, dass er jeglichen Inhalt sofort wieder abstößt.

Sicherlich habe ich Euch diese Prozedur jetzt nicht wissenschaftlich genau erklärt, aber ich bin auch kein Arzt und Ihr seid zum größten Teil ja auch nur Laien, die es einfach nur verstehen wollen.

Fakt ist, dass ich jetzt erst einmal ordentlich meinen Darm entleeren muss und mit der Emulsion gegen die Blähungen und dem Magenschaum versuche ich, wenigstens etwas Brühe für heute in mir zu behalten. Ich telefoniere dann heute Abend und morgen Früh wieder mit meinem Doc, wie die Zeit bis dahin verlaufen ist. Wenn alles gut läuft, braucht der Spatz noch nicht verkleinert werden, sondern der Gewöhnungsprozess kann ganz normal weiter laufen und alles wird endlich gut.

Bis jetzt habe ich meine zwei Tassen Brühe gut vertragen und konnte auch schon ordentlich abführen. Möge es die Lösung meines Problems gewesen sein und der Spuk damit endlich vorbei sein.

Als Rat gebe ich allen Nachahmern gerne mit auf dem Weg:

Achtet auf Eure Verdauung und macht vor der Implantierung eines Magenballons auf jeden Fall eine Darmentleerung und zwar vorher! Das erspart so manche Qual.

In diesem Sinne danke ich an dieser Stelle für Euer Interesse und dass Ihr so regen Anteil an meiner Geschichte nehmt!

Euer Stephan

14 Tage mit dem Magenballon geschafft

Meine lieben Leserinnen und Leser, liebe Follower und Interessierte,

heute genau vor 14 Tagen ist mir der kleine Spatz eingepflanzt worden und ich möchte mal wieder ein Resümee ziehen, wie es mir so erging.

Zunächst einmal, um an den Bericht vom letzten Mal anzuknüpfen, erleide ich immer noch ziemliche Qualen. Es ist ein Auf und ein Ab im täglichen Rhythmus der Ballon-Gezeiten. Manchmal kann ich es gar nicht so recht einordnen, warum ich schon wieder dieses unerträgliche Unwohlsein habe. Oft habe ich gar nichts neues ausprobiert, aber der Ballon dreht seine Runden und lässt mich aufblähen und dann kommt, was kommen muss und ich speie schon wieder alles aus. Wie immer geht es mir dann anschließend wieder hervorragend und ich verspüre dann sogar großen Hunger. – Schwierig einzuordnen, aber wenn ich dann nach der großen Erleichterung wieder etwas esse, einen Toast mit Frischkäse zum Beispiel, vertrage ich diese kleine Mahlzeit und der Ballon rebelliert nicht mehr.

Die letzten drei Tage waren nicht sehr ermunternd. Manchmal bekomme ich während des Schlafens einen derart heftigen Reflux, dass mir die Magensäure langsam hochkommt und ich mich daran verschlucke. Dann läuft die Säure, ätzend wie sie ist, in die Luftröhre und bringt mich zum Husten. Davon werde ich dann typischer Weise wach und keuche und huste und kämpfe wie ein Kreml-Kritiker nach einem Säureattentat um mein Leben. Die Nacht ist dann jedes Mal schlagartig vorbei. Der Hustenreiz gibt sich erst nach Stunden wieder und das Brennen in den Strängen meines Halsinneren schreit nach Linderung und Erlösung. Der Geschmack auf der Zunge ähnelt dem nach Gift und Galle und ich weiß nicht, ob er sich von dem einer Chemie-Abwasserkloake groß unterscheidet.

Die viele Kotzerei zermürbt die Psyche und der auf sparstufe heruntergefahrene Kreislauf nagt am Wohlsein. Ich muss nun mittlerweile ehrlich sagen, dass ich an meiner Genesung Zweifel hege. Wie lange soll das bitte denn noch so weiter gehen? Mein Verlangen nach einem Tee, oder etwas gekochtem ist unsagbar groß. Ich ernähre mich derzeit von Toast und Eiweißshakes, denn momentan bleibt nicht mal etwas Obst drinnen.

Mein Arzt hält das langsam auch für sehr seltsam und kann sich irgendwie nicht richtig einen Reim darauf machen. Er versucht mich zu beruhigen und erklärt mir, dass wirklich jeder Körper anders auf diesen Ballon reagiert, aber er hätte es selten bis nie erlebt, dass es nun so lange andauert.

Manchmal frage ich mich, ob ich eventuell eine Unverträglichkeit gegen das am Ballon enthaltene Material habe. Ein Lösungsvorschlag vom Arzt wäre auch, eventuell in den kommenden Tagen oder Wochen, wenn sich mein Zustand nicht bessert, mich noch einmal in Narkose zu legen und den Inhalt des Ballons zu reduzieren. Hiervon habe ich allerdings bis jetzt noch kein Interesse, denn mit dem Blick heute morgen auf die Waage, stellte ich fest, dass ich 10,5 Kilo abgenommen habe! Ziehe ich die etwas mehr als 500 Gramm Ballon noch ab, dann sind es sogar schon 11 Kilo.

Unter 100 Kilo hatte ich laut meiner Liste zuletzt am 18. Januar 2018. Und das auch nur für ganz kurze Zeit. Ich will das schaffen! Ich muss da durch! Und ich will weiterhin abnehmen! Kotze es, was es wolle!

Momentan kann ich also auch mit meiner Begleittherapie und Ernährungsberatung noch nicht anfangen, denn was bringt es mir über Portionsgrößen und Zusammensetzung der Nährwertangaben zu sinnieren, wenn ich von Glück reden kann, dass 3 Esslöffel Quark oder eine Scheibe Toast schon zu viel sein können? Aber alles zu seiner Zeit sage ich immer! Some like it hot und so bin ich gerne mal Einer, der den harten Weg gehen muss, dass kenne ich schon. Ich möchte stark bleiben und diesen Weg konsequent weiter gehen! Mit Magenballon und mit Erfolg! Dafür habe ich mich entschieden und eine verdammte, dicke Stange Geld hingeblättert! Außerdem frage ich mich, welche Wahl ich sonst habe? Es geht mir hier nicht um meinen Bauch und um diesen in 12 Monaten zu verlieren. Es geht mir hier um meine Leber! Wegen der mache ich das und der will ich helfen, denn ich will Leben und später mal wenigsten ein paar Jahre lang was von meiner Rente genießen. Wie klein diese auch ausfallen mag! Dafür kämpfe ich und dafür wählte ich diese Option aus.

Mit diesen Worten und Gedanken verabschiede ich mich in die Woche drei und halte Euch selbstredend auf dem Laufenden.

Wie immer, bleibt gesund und genießt das Leben!

Euer Stephan

Ballon-Bulimie

Liebe Follower hier kurz ein Update zu gestern:

Es gibt in der Phase, in der ich immer noch teste was ich so essen kann, ein kleines Update zum Abendessen.

Hunger ist ein Gefühl, dass normaler Weise aus dem Magen heraus, oft begleitet durch Grummeln oder Knurrgeräuschen dem Hirn signalisiert, dass Nahrung nachgefüllt werden kann.

Wenn man Magenballonträger ist, zeigen sich ganz andere Gefühle und Signale, da durch den Ball immer eine gewisse und nicht gerade geringfügige Menge im Magen vorhanden ist. Ich verspüre hier ein heftiger werdendes Ballspiel aus der Mitte des Bauches heraus. Der Magen fängt an, den Ball zu drehen und hin und her zu schieben. Außerdem überkommt mich ein Durstgefühl und ich merke, wie mir plötzlich immer kälter wird.

Diese Symptome kann man leider nicht übergehen, denn sie werden von Minute zu Minute heftiger und das einschleichende „Unwohlsein“ wird zunehmend unerträglicher.

Ich habe jetzt in diesem Moment verschiedene Dinge ausprobiert:

  • Ich trinke einfach nur mehr – hat zur Folge, dass das Unwohlsein sich verstärkt und die Ballspiele im Magen noch heftiger werden!
  • Ich esse etwas – hat zur Folge, dass ziemlich rasch das Ballspiel aufhört und sich der Magen beruhigt.

Bei den genauen Zeitabständen experimentiere ich noch. Laut ärztlicher Aussage sollte man allerdings darauf achten, gut 3 Hauptmahlzeiten und 1 – 2 Zwischenmahlzeiten, über den Tag verteilt, zu sich zu nehmen.

Gestern jedenfalls, habe ich dann Abendbrotgegessen und mir 3 EL Möhren-Kartoffel-Sellerie Stampf und eine sehr kleine ca. 12cm grobe Bratwurst dazu gegönnt. Diese sollte meine erste Mahlzeit nach einer Woche sein, die wieder etwas mehr festere Bestandteile hat, als nur Breikost.

Übrigens, Trinken sollte man tunlichst ca. 30 Minuten vor und nach dem Essen vermeiden, da es sehr schnell dazu führen kann, dass man alles sehr schnell ausspucken tut.

Und glaubt mir! Das Ausspucken geht dann wirklich rasant schnell und oft ohne Vorwarnung!!!

Ich war sichtlich stolz darauf, die Portion Bratwurst, die ein absoluter Hochgenuss war, geschafft zu haben! In gewohnt neuer Manier verspeiste ich dieses krosse, nach frischen Bratspuren riechende, braungebratene Meisterwerk der deutschen Metzgerskunst und ließ Bissen für Bissen die einzelnen Geschmacks- und Bestandteile des Bio Schweinefleisches auf meiner Zunge zergehen. Immer alles sehr gut kauend, in meditativer Haltung. Hierbei sei nicht nur die gute Qualität der Zutaten, sondern auch die fachgerecht gelernte hingebungsvolle Zubereitung meines Mannes zu loben, denn dieser hat sich eigens für mich an den Herd gestellt, um mich mit solcher kulinarischen Köstlichkeit zu verwöhnen. Vom Püree konnte ich leider nur 2 Esslöffel verspeisen, ich schaffte einfach in der mehr als 30 Minuten dauernden Mahlzeit nicht mehr zu vertilgen.

Gespannt wartete ich nach dem Mahle, was wohl mein Bauch so mit der Bratwurst anfangen würde. Zunächst verlief der Akt der Verdauung seinen gewohnten gang. Ich war selig gesättigt und stolz, dass es nun wieder aufwärts gehen würde. Endlich könne ich wieder alles Essen und mein Kreislauf würde sich ab nun schneller regenerieren. Doch weit gefehlt! In den kommenden 60 Minuten verspürte ich mehr und mehr Unbehagen in der Bauchmitte und ich fing an aufzublähen. Statt 100 g Püree und eine kleine Bratwurst, so fühlte es sich jetzt an, hab ich wohl ein halbes Schwein und 10 Kilo Kartoffeln und Gemüse verdrückt. Mir wurde speiübel und dann musste mich auf der Toilette wieder einmal erleichtern.

Im hohen Bogen, ich erspare Euch weitere Einzelheiten an dieser Stelle, entledigte ich mich des Buffets. Alles ging sehr schnell von statten, da ich ordentlich eingespeichelt hatte. Die Mengen waren erschrocken groß, denn was mir nicht so bewusst war, hat der Magen zwischenzeitlich eine riesengroße Menge an Magenschleim und -säure produziert. Jedenfalls kam deutlich mehr aus mir heraus, als ich vor 60 Minuten noch hinein gab.

Im gleichen Moment, als ich mir den Mund säuberte und ich das Stückchen Papier über die Lippen strich, ging es mir schlagartig besser. Als wäre nichts gewesen. Ich konnte mich plötzlich nur noch an den unglaublich befriedigenden Geschmack des herrlich leckeren Essens erinnern!

Glücklich erleichtert kehrte ich zu meinem Mann zurück und verkündete ihm, dass meine Ballon-Bulimie zugeschlagen hat und jetzt wieder alles gut ist.

Durch Scheitern Wissen erweitern!

Eigentlich wollte ich ja erst nächste Woche wieder schreiben, aber ich dachte, gerade diese kleinen Erfahrungen sind für Menschen, die sich mit dem Thema Magenballon beschäftigen, ein Quell der Infos für die erste Zeit.

Ihr dürft mir gerne wieder Kommentare hinterlassen und mit mir in einen Austausch treten. Ich freue mich über all Eure Zuschriften und halte Euch weiter auf dem Laufenden.

Euer Stephan

Die erste Woche ist geschafft

Hallo meine lieben Leserinnen und Leser, liebe Follower und Interessierte.

Es ist geschafft, die erste Woche ist überstanden und nach anfänglichen, heftigen ersten Tagen, beruhigt sich mein Magen zunehmend und freundet sich mit dem Ballon an.

Ich konnte mittlerweile die dritte Nacht in Folge durchschlafen und hab immer seltener nachts mit Sodbrennen zu kämpfen. Das beruhigt extrem, denn wenn man laufend diesen ätzenden Geschmack im Halse spürt, weil die Säure hochkommt, kann man nicht wirklich beruhigt und entspannt schlafen. Wie gesagt, ich teste, probiere und forsche an meinem neuen Leben. Was geht, was geht überhaupt nicht und was eventuell noch nicht.

Hierbei sind mir ein paar sehr interessante Dinge aufgefallen. Ich hasse natürliches Mineralwasser, bzw. Stilles Wasser oder wie in unserem Fall Leitungswasser. Ich bekomme es einfach kaum runter. Es schmeckt wie totes Wasser und es ekelt mich förmlich an. Also habe ich entgegen aller Ratschläge doch wieder mit dem Sodasprudler einen Schuss Kohlensäure meinem Leitungswasser hinzugefügt. Überall liest und hört man, dass Kohlensäure mit Magenballon zu vermeiden wäre. Ich kann es allerdings gut vertragen. Es kommt nicht hoch, ich muss nicht aufstoßen und vertrage es hervorragend. Versetzt mit dem Saft einer Bio Zitrone, oder etwas purem Apfeldirektsaft, als ganz leichte Schorle im Verhältnis 1 zu 3, bin ich endlich wieder fähig, mehr Flüssigkeit zu mir nehmen zu können.

Überhaupt ist es so eine Sache mit der ausreichenden Flüssigkeitseinnahme. Da ich sehr bewusst aufschreibe, was ich esse und trinke, um ungefähre Werte hierfür zu zum Vergleich zu haben, stelle ich fest, dass ich nicht wesentlich über einen Liter Flüssigkeit pro Tag hinaus komme. Gestern habe ich es das erste Mal geschafft, 1350 ml zu trinken. Mir ist bewusst, dass das noch viel zu wenig ist.

Aber der Magenballon füllt den Magen sehr aus. Ich kann auch bisher nicht mehr als höchstens 3 Esslöffel breiige Kost essen. Dann ist absolut Schluss. Egal ob festere oder flüssigere Nahrung, alles dauert und so sitzt man wirklich mehr als eine halbe Stunde, um die drei Löffel zu verzehren. Genau so ist es auch beim trinken eines Glases Wassers. Ich schaffe es nicht mehr als 2-3 kleine Schlucke Wasser hintereinander zu trinken. Dann bin ich plötzlich so pappsatt, als hätte ich 2-3 volle Gläser getrunken.

Eine weitere Sache, die mir dieser Tage auffällt ist, ich vertrage plötzlich keine Tees mehr. Egal ob Kräuter-, Früchte- oder Schwarztee. Selbst grüner Tee fängt sofort an, ein unbehagliches Sodbrennen zu verursachen. Ich habe das Gefühl der Ballon ekelt sich vor dem lauwarmen Tee und fängt an im Magen zu rotieren. Von daher ist es momentan noch schwer, eine Frühstücksvariante zum Trinken zu finden, da ich ja auch meinen heißgeliebten Kaffee verzichten muss.

Einen seltsam ekelhaften Geschmack hatte ich gestern auch noch bei dem Versuch, eine Orangensaftschorle zu trinken. Ich fand den Geschmack so widerlich, dass ich ihn nicht über die Lippen bringen konnte. Das wäre mir bis letzte Woche nie passiert, denn ein Glas Orangensaft ging bei mir immer.

So habe ich in der vergangenen Woche viel neues entdeckt und einen Ritt durch die Apokalypse der Gefühlswelt durchschritten. Die Waage zeigte heute morgen, exakt nach einer Woche, einen Stand von 103,3 Kilogramm. Das sind ein Gewichtsverlust von 7 Kilogramm.

Zugegeben, durch den schlechten Kreislauf und der mangelnden Bewegung der letzten Tage, fange ich sehr schnell an zu frieren. Ich bekomme regelrechte Schüttelfrostanfälle und mir wird im Nu eiskalt in den Gliedern. Wie gerne würde ich in solchen Momenten einen heißen Tee trinken! Geht aber leider bisher noch nicht. Ich helfe mir dann mit einer dünnen Gemüsebrühe über die Zeit und hülle mich in meine Kuscheldecken ein.

Gestern war ich auch zum ersten Mal wieder draußen. Mein Freund und ich spazierten einmal bei dem schönen sonnigen Herbstwetter durch meinen Kiez. Wir hangelten uns von Parkbank zu Parkbank, besuchten unterwegs kurz ein paar Freunde und besonders ich genoss die frische Luft und die wärmende Sonne.

Ich werde von nun an im Wochenrhythmus hier einen neuen Beitrag posten und Euch an meinem Weg teilhaben lassen. Dabei werde ich jeweils die vergangene Woche Revue passieren lassen und Euch auch meine Daten und Fakten mitteilen.

Wer keinen Bericht verpassen möchte, kann gerne jederzeit meinen Blog abonnieren und wird immer sofort automatisch über meine neuen Posts informiert.

Bis nächste Woche also,

Euer Stephan

Tag 5 und es wird gaaaanz langsam besser

Wieder sind zwei Tage vergangen, in denen es immer noch auf und ab geht. Es ist schon ein sehr merkwürdiges Gefühl, wenn man den eigenen Körper plötzlich so deutlich vernimmt. Er sendet dauernd Signale aus und ich entdecke meinen Bauchraum gerade völlig neu.

Mein kleiner Spatz und mein Magen freunden sich auch so langsam mehr und mehr an. Das Reiben an den Magenwänden wird besser erträglich und tut auch schon nicht mehr so dolle weh. Am Besten funktioniert das Zusammenspiel allerdings, wenn genügend Nahrung im Magen ist. Nie hätte ich gedacht, dass Essen – Kauen – Schlucken – Genießen – Wohlfühlen so meditativ sein können. Ich hatte ja bereits in meinem Ess-Periment davon berichtet und die Suppe mehr zelebriert, statt gegessen. Nun ist es aber mit dem Spatz in mir bei jeder Mahlzeit automatisch so, dass man sehr langsam kaut, sehr gut kaut und immer nur Minibissen zu sich nimmt. Das dauert jedes Mal so lange, dass ich das Besteck schon ganz von allein aus der Hand lege und versuche mit der Zunge und den Wangeninnenseiten den Speisebrei zu befühlen. Ist er gut genug eingespeichelt, zerkleinert und für den Magen vorbereitet?

Die Freude darüber, dass das Essen dann hoffentlich im Magen bleibt und die schrecklichen und wehtuenden Kreisbewegungen dort viel besser werden, stimmen mich zuversichtlich. Auch das Sodbrennen ist mit Nahrung im Magen viel besser. Der Reflux ist dann wie weggeblasen. In der vorletzten Nacht erlitt ich noch einmal die Hölle. Trotz 4 Kautabletten Maaloxan wollte der Reflux nicht aufhören. Ich quälte mich über Stunden im Bett hin und her und bei jeder Umlagerung dachte ich, jetzt ist es besser, jetzt hast du Ruhe. Doch nach wenigen Augenblicken ging der Höllenritt von vorn los. Ich stand auf, ging ein paar mal im Zimmer auf und ab und wechselte für eine Stunde auf die Couch ins Wohnzimmer. Hier, halb im sitzen schlafend, wurde es allerdings auch nicht besser. Ich trank einige Male etwas Wasser, welches aber zu eher noch mehr Sodbrennen führte und mir den metallisch, ätzenden Geschmack der Salzsäure wie in einem Schlauch von unten nach oben drückte. Wie in schwankenden Bewegungen immer rauf und runter und mein Gesicht verzog sich dabei, weil zwar die Säure nicht bis nach ganz oben kam, wohl aber der verhasste, grässliche Geschmack wie der Hauch des Todes über meiner Kehle aufwölkte.

Plötzlich verspürte ich ein Hungergefühl und mein 7. Sinn ließ mich etwas völlig irrationales begehen. Ich ging in die Küche und öffnete mir ein Glas Obstbrei, den sonst eigentlich nur Kleinkinder als Nahrung bekommen. Ich konnte genau 2 Teelöffel davon nehmen und war sehr verwundert, wie Kinder einen solch ekeligen Geschmack haben können, denn dieser Brei schmeckte so gar nicht nach Obst. Egal, welcher Teufel mich in diesem Moment geritten hatte, in meiner derzeitigen übersäuerten Lage auch noch Kinder-Obstbrei zu essen, die Behandlung half stehenden Fußes. Kaum das ich den zweiten Löffel hinunter geschluckt hatte, kam mit einem großen Blubb ein riesen Schwall schäumender Gischt aus meinem Halse heraus. Gott sei Dank stand ich in der Nähe des Waschbeckens, so ging wenigstens nichts daneben und ersparte mir noch eine nächtliche Putzaktion. Es war nur dieser eine Schwall, doch er war befreiend, als hätte ich einen Schwall Wasser hinaus gespien, das mich sonst ertränkt hätte.

Der Reflux hörte sofort auf und die Wogen und Wellen im Magen glätteten sich. Nichts schwappte mehr in mir herum und ich konnte wieder beruhigt durch atmen. Ich spülte schnell das Übel in der Spüle den Ausguss hinunter und beseitigte alle Spuren meiner Aktion. Dann ging ich erschöpft zurück ins Bett und konnte beruhigt noch einmal 4 Stunden schlafen gehen.

Der gestrige Tag verlief dann wesentlich besser. Zum ersten Mal konnte ich eine kleine Scheibe Toast mit etwas Butter in mir behalten. Er schmeckte köstlich und der wohlzerkaute Brei umschmeichelte den Spatz, das er nur sehr sanft in meinem Magen hin und her drehte. Mit etwas Essen im Magen geht es viel leichter. Meist jedenfalls. Ich muss nun ausprobieren, was geht und was nicht geht. Aber dazu ist ja auch noch genügend Zeit. Ich bin heute bei Tag 5 mit Ballon angekommen und Vorgestern noch hätte ich gesagt, „Nie wieder!“. Doch heute bin ich völlig anderer Meinung. Das es kein Spaziergang werden würde, wo ich schon immer einen empfindlichen Magen habe, war mich ja klar. Aber sich etwas vorstellen, wie es dann sein wird und etwas zu durchleben, live, das sind dann doch zwei unterschiedliche Dinge.

Stand heute habe ich bereits 7 Kilo meines Ausgangsgewichtes verloren. 7 Kilo die ich mal mit großem Genuss zu mir genommen habe und nun mit großen Schmerzen verloren habe. Es hat sich aber dennoch gelohnt, auch wenn ich weiß, dass es nur die ersten und leichteren Kilos damit verloren habe. Die, die richtig schön fest sitzen, die werden nicht so schnell gehen werden.

Ich bin mir dessen auch sehr sicher, dass es bisher nur der absolute Anfang gewesen ist. Ich bin meinen Weg noch nicht sehr weit gegangen und bis jetzt nur über die erste Schwelle gekommen. Aber jeder auch noch so weite Weg beginnt immer mit dem ersten Schritt.

Ich hoffe keinen von Euch, der sich mit dem Gedanken befasst, sich einen Magenballon legen zu lassen, mit meinen Ausführungen zu vergrämen. Ich möchte Euch keines Wegs davon abbringen, diese Tortur nicht am eigenen Laib zu durchleben. Es lohnt sich! Bleibt tapfer und lasst Euch nicht beirren. Metamorphose tut nun einmal weh.

Ein sehr schönes Gefühl ist es, zu sehen, dass man mit nur 3 bis 4 Esslöffeln satt sein kann. Eine Scheibe Toastbrot kann schon mehr als genug sein und dich für Stunden sättigen. Das sind völlig neue Dinge für mich, die mich doch sehr angenehm überraschen.

So wünsche ich Euch guten Gedanken, schöne Momente und ein schönes Herbstwochenende mit viel Sonnenschein und Energie!

Bis bald, Euer Stephan

Tag drei mit Ballon, ich lebe wieder!

Meine lieben Leserinnen und Leser, liebe Follower und Interessierte,

es tut mir leid, dass ich mich erst jetzt wieder melden kann, um zu berichten. Aber glaubt mir, das was ich die letzten 72 Stunden durchgemacht habe, war die absolute HÖLLE! Ich werde euch alle Details genau berichten und offen und ehrlich erzählen, was man so im Internet von keinem Probanden erfährt.

Ich kam also am 07.09. überpünktlich in der Privatpraxis meines Arztes an und wurde sogleich vom Anästhesisten in empfang genommen. Wie üblich hieß es erst einmal Formulare ausfüllen. Dann ging alles sehr schnell los. Mein Doc befragte mich ein letztes mal nach meinem Befinden und ob ich wirklich zu diesem Schritt bereit wäre. Als ich dies bestätigte, ging es auch schon los. Ich musste mir im Aufwachraum lediglich die Schuhe ausziehen und mich dann im Behandlungszimmer auf die Liege legen. Der Anästhesist und seine Assistenz legten mir einen Venenzugang, verkabelten mich und baten mich kräftig durch die Nase ein und auszuatmen. Dann war ich auch schon weg.

Das nächste, an das ich mich erinnern konnte, war, dass ich auf der Liege im Aufwachzimmer zu mir kam und nicht wusste, wie ich dort hin gekommen bin. Mir ging es soweit gut, noch spürte ich absolut nichts von meinem neuen Bewohner. Der Arzt schaute ab und an mal bei mir vorbei und meine Begleitung saß auch schon neben mir und passte auf mich auf. Die Sinne kehrten langsam alle wieder zurück und ich wurde von Minute zu Minute wacher. Bis hier her war alles in Ordnung. Ich bekam ein Glas Wasser und nahm kleine Schlückchen davon. Nach ca. 30 Minuten durfte ich mir dann die Schuhe anziehen und musste noch einmal ins Sprechzimmer zu meinem Doc.

Er erzählte mir, dass alles sehr gut verlaufen ist und dank des Anästhesisten es diesmal zu keinem Sauerstoffabfall gekommen wäre.

Mein Ballon hat eine Füllung von 500 ml Flüssigkeit bekommen, das wäre anhand meiner Magengröße eine ausreichend große Füllung. Dann bekam ich noch ein Rezept mit. Buskopan Plus Zäpfchen gegen eventuelle Magenkrämpfe und Vomex Zäpfchen gegen die Übelkeit. Damit wurde ich dann entlassen.

Mein Begleiter bestellte uns ein Taxi, denn ich wollte nur noch so schnell als möglich wieder nach Hause. Die Nachwirkungen der Narkose zeigten sich noch dadurch, dass ich etwas wackelig auf den Beinen war. Im Auto, wahrscheinlich durch die Fahrbewegungen, das Anfahren und Abbremsen und die Kurven, ging es mir plötzlich wieder schlechter. Ich war froh als wir meine Adresse erreichten und auch darüber, dass die Apotheke direkt neben uns ist. So konnten wir noch schnell die Zäpfchen besorgen und in den dritten Stock hoch gehen. Ich setzte mich auf die Couch und mir drehte sich alles.

Zum ersten Mal verspürte ich einen etwas seltsamen Gegenstand, tief in mir drinnen. Ich musste unweigerlich an den Wolf und die sieben Geißlein denken, an die Stelle, wo der Wolf aufwacht und meint, er hätte Steine statt Geißlein gefressen. Der Magen fing an den Gegenstand zu umfahren und tastete ihn von allen Seiten ab. Die Kanten des Ballons spürte ich an jeder Magenfalte entlangfahren und mir wurde plötzlich speiübel.

Sofort brauchte ich eine Schüssel und übergab mich heftig. Heraus kam lediglich Schleim und Schaum, aber ich musste ziemlich stark würgen, was meinen Oberköper ziemlich verkrampfen ließ. Dies sollte nicht das letzte Mal sein, dass es mich so derart überkam.

Okay, er ist wirklich in mir drinnen! Das begriff ich in der gleichen Sekunde. Ein Gegenstand, der sich anfühlt wie Beton. Rau und grobporig schliff er in einer Tour im Magen herum. Es ging rauf und runter, von rechts nach links und manchmal hatte ich das Gefühl, die Magenwände umfassen den Ballon von mehreren Seiten gleichzeitig.

Ich beschloss mich doch lieber ins Bett zu legen. Kaum lag ich, musste ich auch schon das zweite Mal heftig Brechen. Ich würgte und presste und krampfte und versteifte mich. Aber außer Schleim kam nichts heraus. So ging es den ganzen langen lieben Tag lang. Fast im zwei Stundenrhythmus musste ich mich übergeben, als hätte ich den Tod in mir, den es hieße auszuspeien. Mein Kreislauf fuhr sofort in den Keller und ich konnte mich kaum auf den Beinen halten, wenn ich zur Toilette ging, um die Schüssel auszuleeren.

Sobald ich auch nur einen Schluck Wasser zu mir nahm, ging die Prozedur von vorne los. Der Magen schmerzte und grummelte und bettelte mich an, dieses hässliche kleine Ding doch endlich wieder los zu werden. Ein Kampf, bei dem es keinen Sieger gibt. Und ich bin mir sicher, wäre der Ballon nicht so groß, hätte ich es mit all dem Mühen und Wehen geschafft, ihn bis ganz nach oben zu würgen, in Richtung Ausgang, um ihn mit aller Gewalt auszuspucken.

Noch niemals in meinem Leben habe ich mich derart übergeben müssen. Ich kann mich an so manchen schlimmen Magen erinnern, aber das, was ich da jetzt gerade durchlebte, hätte ich mir niemals vorstellen können. Die Schmerzen im Magen sind unerträglich gewesen. Mittlerweile fühle ich mich auch, als hätte mich ein Bus überfahren. Durch die Verkrampfungen des Oberkörpers beim Übergeben, habe ich einen Muskelkater im gesamten Oberkörperbereich. Ich bin mittlerweile nicht mal mehr in der Lage, einen kleinen Huster abzusetzen.

So verging der erste Tag und die erste Nacht im ständigen Rhythmus von sich übergeben müssen, bis hin zu viel zu viel Magensäure unter Kontrolle zu bekommen. Heftigstes Sodbrennen stellte sich ein und machte mir das Leben somit noch unbequemer, als es schon war.

Gut das mein Mann ständig Maaloxan zur Bindung der Magensäure im Hause hat. Damit war es zwischenzeitlich etwas verträglicher.

Mein Doc rief mich auch abends noch an, um sich nach mir zu erkundigen und gab mir Ratschläge. Er bat mir auch an, dass ich am nächsten Tag noch einmal in die Praxis kommen könnte, um eine Infusion zu bekommen, sollte ich zu wenig Flüssigkeit zu mir nehmen können. Überhaupt bin ich mit der Betreuung des Arztes sehr zufrieden. Wir telefonieren 2 Mal Täglich und er ist 24 Stunden telefonisch erreichbar, sollte ich ihn brauchen.

So vergingen also die ersten 48 Stunden meines neuen Lebens. Die Metamorphose ist bisher sehr schmerzhaft gewesen. Doch es gibt auch Hoffnung auf langsamere Besserung zu verzeichnen.

Heute am dritten Tag, nach einer etwas ruhigeren und „brechfreien“ Nacht, kommen die Lebensgeister wieder. Ich kann mittlerweile wieder Wasser in mir behalten und der Ballon gibt stundenweise auch schon mal ruhe, in denen ich ihn überhaupt nicht spüre. Das Sodbrennen wird weniger und einen befreienden Erfolg verspürte ich, als ich gestern Abend sage und schreibe 3 Esslöffel Trinkjoghurt in mir behalten konnte. Ich spürte den zarten, erfrischenden Geschmack des fruchtigen Joghurts wie einen Balsam die Speiseröhre hinunter gleiten. Zärtlich ummantelte er die schmerzenden Stellen, die durch die Reibung des Ballons arg in Mitleidenschaft gezogen wurden. Das Rollen des Ballons war nun als sanftes drehen zu vernehmen. Endlich hatte er die Schmiere erhalten, die er so dringend brauchte.

Die letzte Nacht verlief wesentlich ruhiger und ich hatte weder Sodbrennen, noch verspürte ich meinen neuen Bewohner. Dennoch wackelig auf den Beinen und mit den Schmerzen des mich überfahrenden Busses im Oberkörper, schaffte ich es meine Tabletten zu nehmen und ein Minifrühstück von erneuten 3 Esslöffeln Trinkjoghurts zu genießen.

Das schönste und wundersamste Erlebnis hatte ich allerdings direkt nach dem Aufstehen! Nachdem ich, trotz der geringen Flüssigkeitszufuhr meinen Morgenurin in die Toilette entließ, stieg ich mit wackeligen Beinen auf die im Badezimmer stehende Waage. Sollte ich es wagen? Mich jetzt, nach so wenigen Stunden schon einmal zu wiegen?

Ich hielt es nicht aus und stieg nüchtern wie ich war auf dieses verhasste Gerät, das mir in den letzten Jahren nie das anzeigte, was ich gerne gesehen hätte. Mir schossen die Tränen in die Augen und ich fing vor Freude an zu zittern! Diese ganzen Qualen haben sich gelohnt, es durchschoss mich ein wundersames Gefühl der Erleichterung! Ich habe mit meinem Projekt Magenballon die richtige Entscheidung getroffen und bin standhaft geblieben! All meine Mühen wurden in dieser Sekunde das erste Mal belohnt! Die Zahlen schwankten zunächst, aber nach wenigen Sekunden blieben sie auf exakt 104,2 Kilo stehen. Das sind 6 Kilo weniger! Ganze 6 Kilo! Und es heißt für mich, ich bin nur noch 4 Kilo davon entfernt, wieder einmal unter die 100er Marke zu rutschen! Dieses Gewicht hatte ich zuletzt vor rund 7 Jahren.

Das Gefühl der Freude darüber entlohnte mich wirklich für all die Qualen. Es geht in die richtige Richtung und von Stunde zu Stunde wird es jetzt besser und besser werden!

Ich hoffe ich konnte Euch nun mit diesem Bericht beruhigen und Mut machen. Ihr nehmt so regen Anteil an meiner Geschichte! Danke dafür.

Auch möchte ich all den Freunden und Kollegen und auch Menschen, die ich gar nicht kenne, für Ihre lieben aufmunternden Worte und Zusprüche danken, die mich über die Messenger und E-Mails erreicht haben.

Von nun an bin ich wieder fit genug, um regelmäßig über mein Projekt zu berichten. Bleibt also dabei und bleibt gespannt, was sich demnächst hier noch so tun wird.

Euer glücklicher Stephan